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Radeln in Karlsruhe... (Reinhold-Frank-Straße)
 
 
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Rückbau Durlacher Allee nach Bau der Kriegsstraße-Ost: zweite Fahrbahn wird Radspur, unmoderner Radweg wird Parkstreifen
 
 
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Parken für Radler als Teil des Gesamtkonzepts (Karstadt)
 
 
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Bauen in Karlsruhe

Kommunalwahl 13.6.2004 - Vergleich der Wahlprogramme

Radverkehr

Hintergrund:

Karlsruhe ist größtenteils topfeben und hat als neugegründete Stadt relativ großzügig angelegte Straßen. Außerdem ist es die Heimat von Drais, des Erfinders des Vorläufer des Rades. Es könnte also DIE Fahrradstadt Deutschlands sein. Aber in den Untersuchungen von ADAC und ADFC schnitt Karlsruhe sehr schlecht bzw. recht mittelmäßig ab. Das Fahrradklima bleibt in Karlsruhe weit hinter dem natürlichen Potential zurück. Was tut da die Politik?

> Hintergrund, CDU, SPD, FDP, GRÜNE, KAL, PDS, ödp <

CDU - Christlich Demokratische Union

Zitate aus dem Programm:
S. 11 Erholung: "- das Radwandernetz in Karlsruhe und in der Region weiter ausbauen."
S. 24 Radwege: "Das Fahrrad ist in allen Großstädten ein modernes, umweltfreundliches und vor allem auch schnelles Verkehrsmittel. Karlsruhe hat in den vergangenen Jahren das Radwegenetz kontinuierlich verbessert. 300.000 Euro bis 400.000 Euro werden derzeit jährlich in die Radwege investiert. Insgesamt haben wir in Karlsruhe ein Radwegenetz von rd. 205 Kilometern. Wir wollen:
- einen konsequenten weiteren Ausbau des Radwegenetzes erreichen.
- bei der Anlegung von Radwegen der Sicherheit der Radler hohe Priorität einräumen.
- die Bordsteine reifengerecht absenken.
- die Einrichtung eines Wegweisungssystems für Radfahrer.
- die Errichtung eines Fahrradparkhauses am Hauptbahnhof."

Unsere Interpretation:
Die minimale Summe (nur gut 1 Euro pro Einwohner), die auch Mitursache für das schlechte Abschneiden bei den Tests sein dürfte, wird offenbar als völlig ausreichend angesehen. Verräterisch der häufige Gebrauch des Wortes Radweg, wo doch die moderne Verkehrsforschung längst zu Radrouten übergegangen ist, was neben Radwegen auch Radspuren auf Fahrbahnen oder das Radeln auf der Fahrbahn zusammen mit dem Autoverkehr einschließt. "Radweg" heißt hier im Zusammenhang mit der Priorität für Autos vermutlich "Rad weg", also freie Fahr-Bahn für Autos. Kurzum: Das Radverkehrskonzept der CDU ist altmodisch und autozentriert.

> Hintergrund, CDU, SPD, FDP, GRÜNE, KAL, PDS, ödp <

SPD - Sozialdemokratische Partei Deutschlands

Zitate aus dem Programm:
S. 10 Individualverkehr: "- wird der Schutz der schwächsten Verkehrsteilnehmer, vor allem der Kinder, in den Mittelpunkt gerückt. Dazu gehören die konsequente Überwachung der Verkehrsregeln und der Ausbau und die verbesserte Vernetzung des Fuß- und Radwegenetzes."

Unsere Interpretation:
Leider auch "Radweg" statt "Radroute", so dass auch hier eine wirklich moderne Radverkehrspolitik fraglich ist. Immerhin steht das Auto nicht ganz so im Vordergrund. Radverkehr wird aber viel zu wenig Raum eingeräumt im Programm.

> Hintergrund, CDU, SPD, FDP, GRÜNE, KAL, PDS, ödp <

FDP - Freie Demokratische Partei / Aufbruch für Karlsruhe

Zitate aus dem Programm:
S. 12 Verkehrsplanung: "Im Vordergrund steht die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer, insbesondere aber die Sicherheit von Fußgängern und Radfahrern.
- Überprüfung der Führung der Radwege im vorhandenen Straßennetz, insbesondere im Hinblick auf die Sicherheit der Radfahrerinnen und Radfahrer an Kreuzungen und Einmündungen Qualitative Verbesserungen des vorhandenen Radwegenetzes (Wegweisung, Befestigung, Markierung) und dessen stetiger Ausbau.
- Schaffung von Abstellmöglichkeiten für Fahrräder an Stadtbahn- und Straßenbahnhaltestellen im Innen- und Außenbereich der Stadt."

Unsere Interpretation:
Ebenfalls "Radwege" statt "Radrouten", aber schon detaillierter und etwas vernetzter.

> Hintergrund, CDU, SPD, FDP, GRÜNE, KAL, PDS, ödp <

GRÜNE - Bündnis 90 / Die Grünen

Zitate aus dem Programm:
S. 12 ff. Verkehrspolitik: "In den letzten Jahren fand eine für uns GRÜNE beunruhigende Entwicklung statt: Die Ampelschaltungen wurden zu Gunsten der Autos und zu Lasten der öffentlichen Verkehrsmittel, FußgängerInnen und Radfahrerlnnen geändert.
Deshalb müssen die Prioritäten vom Auto hin zum Umweltverbund aus Öffentlichem Personennahverkehr (ÖPNV), Fahrrad und ZuFuß-Gehen verschoben werden - etwa bei der Platzverteilung auf den Straßen, bei den Ampelschaltungen und auch bei der Verteilung der Gelder.
Angesichts der Tatsache, dass Karlsruhe weitgehend eben und zudem Universitätsstadt ist, ist der Anteil des Radverkehrs mit 17 % zu gering. Durch eine substanzielle Verbesserung der Bedingungen für RadfahrerInnen muss dieser Anteil deutlich erhöht werden. Dazu muss der Radverkehr als System betrachtet werden, für das ein durchgängiges Radroutennetz mit klarer Wegweisung die Grundlage ist. Dabei ist mit "Radroute" nicht unbedingt der Bau von Radwegen gemeint, denn separate Radwege sind oft Sicherheitsrisiken an Kreuzungen, insbesondere wenn der Sichtkontakt zwischen den Verkehrsteilnehmerlnnen fehlt. Darüber hinaus ist aber auch zusätzliche Infrastruktur wie Fahrradstationen, Fahrradabstellanlagen bei Wohnhäusern usw. nötig. Kurz, es geht um einen RundumService für das Rad, mit dem Ziel, schlafende Potentiale zu wecken.
- bei vielbefahrenen Straßen Radfahrstreifen vorrangig auf der Fahrbahn, so dass ein komfortables, schnelles und sicheres Fahren möglich ist.
- Bei der Planung von Neubaumaßnahmen muss automatisch eine gute Anbindung für den Radverkehr mitberücksichtigt werden. Die RadlerInnen dürfen nicht einfach ignoriert werden wie z. B. bei der neuen Messe.
- verbreiterte Aufstellflächen für Radfahrerlnnen an Ampeln vor den Autos
- Zusätzliche Fahrrad-Abstellanlagen in der ganzen Stadt, dazu eine Stellplatzverordnung für private Fahrradstellplätze bei Wohnhäusern
- stufenweise Erhöhung der Haushaltsmittel für Radverkehr von bisher 1 auf 5 EUR pro Einwohner und Jahr
- ..."

Unsere Interpretation:
Umfassendstes und überzeugendstes Konzept für den Radverkehr, an modernen Erkenntnisen der Verkehrsforschung orientiert, Radrouten statt nur Radwege.

> Hintergrund, CDU, SPD, FDP, GRÜNE, KAL, PDS, ödp <

KAL - Karlsruher Liste

Zitate aus dem Programm:
S. 4 (Verkehrsteil): "Keine Radwege in Tempo-30-Zonen. Entlang Tempo-50-Achsen: Radstreifen auf der Fahrbahn; Aufstellflächen vor dem MIV an Kreuzungen. Entlang schnellerer Straßen: eigene Radwege.
Radwege in Schuss halten, regelmäßige Reinigung (auch sofort nach Meldungen über gefährliche Verschmutzungen), Mindeststandards nach StVO einhalten. Was es zu vermeiden gilt: gemeinsam genutzte Rad- und Fußwege.
Fahrradparkplätze dicht an attraktiven Zielpunkten; funktionale Ausgestaltung mit Fachleuten aus den Verbänden besprechen.
Fahrradstation am Hauptbahnhof unter Einbeziehung eines Reparaturservices.
Bike&Ride-Plätze an möglichst vielen Haltestellen."

Unsere Interpretation:
Ein recht ausführliches Radverkehrsprogramm, in dem nur noch entlang von schnellen Straßen von klassischen Radwegen geredet wird, mit klarem Abstand zu den Programmen anderer Gruppierungen, nur abgesehen von dem der Grünen, dass das beste und modernste von allen ist und das als einziges eine deutliche Erhöhung der Finanzmittel fordert.

> Hintergrund, CDU, SPD, FDP, GRÜNE, KAL, PDS, ödp <

PDS - Partei des Demokratischen Sozialismus

Zitate aus dem Programm:
Ist im Programm kein Thema.

Unsere Interpretation:

> Hintergrund, CDU, SPD, FDP, GRÜNE, KAL, PDS, ödp <

BüKa+ödp - Bürger für Karlsruhe + Ökologisch-Demokratische Partei

Zitate aus dem Programm:
Ist leider kein Thema im Programm.

Unsere Interpretation:
Wegen der ökologischen Ausrichtung der ödp ist mit einem Einsatz für den Radverkehr zu rechnen. Siehe aber auch Antworten auf Fragen der Umweltverbände

> Hintergrund, CDU, SPD, FDP, GRÜNE, KAL, PDS, ödp <

Mail an Heiko Jacobs

Diskussionen/Leserbriefe zu: Spezial-Thema Kommunalwahl 13.6.2004 - Wahlprogramme - Radverkehr


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