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„Freie Fahrt für freie Biker!“ — eine Polemik

Die Medien berichteten neulich über eine bemerkenswerte Petition an den Landtag Baden-Württemberg, in der es um die Nutzung von Waldwegen geht. Seit 1995 besteht, laut Landeswaldgesetz, ein Fahrverbot für Radler/ Biker u. ä. auf Waldwegen mit einer Breite unter 2 Metern. Gegen dieses Nutzungsverbot wandten sich jetzt diverse Radfahrerverbände, allen voran der ADFC mit seiner Vorsitzenden Gudrun Zühlke, hilfesuchend an den Petitionsausschuss, man möge diese Einschränkung doch aufheben: Eine Freiheit werde hier eingeschränkt, auf die man Anspruch habe als Bürger. Und eventuelle ängstliche Wanderer beschwichtigt Frau Zühlke auch gleich: Es sollte doch möglich sein, dass auch auf schmalen Waldwegen „alle gut miteinander auskommen“!

Bildlich kann ich mir ja durchaus vorstellen, dass Wanderer beim Heranpreschen eines MTB-Rudels nur ein wenig zur Seite zu treten und das Geschehen ruhig abzuwarten brauchen — besinnlich-achtsames Wandern eben, das zudem den Effekt besitzt, dass der Waldweg im Lauf der Zeit sich von selbst immer mehr verbreitert und so der wachsenden Zahl Naherholung Suchender gerecht wird — ganz wichtig heutzutage, und auch für die Zukunft des Wirtschaftsstandorts Baden-Württemberg (oder war das etwas anderes, das hierfür wichtig war ...?) — also jedenfalls auf alle Fälle ist das gut für unser Ländle, damit wir uns gemeinsam alle wohl fühlen und so ...

Vielleicht gibt es Menschen, die ernsthaft so denken — wundern würde mich das nicht. Ernsthaft nachdenkend aber finde ich, dass wir Menschen unsere Freiheitsansprüche schon so weit in die uns umgebende Natur hinein ausgedehnt haben, dass es längst an der Zeit ist, diese endlich energisch vor uns Menschen in Schutz zu nehmen. Denn die Natur wehrt sich zunächst nicht gerade spektakulär, sondern zieht sich — zunächst — still zurück.

Wo erlebe ich denn so etwas schon einmal: Mitten auf einem sonnenbeschienenen Waldweg lag eine Füchsin mit ihren beiden Jungen. Sie genossen den warmen Tag, sie spielten miteinander und mussten nicht flüchten. Sie ließen mich sogar ziemlich nahe herankommen! ... Und dann besaß ich die Freiheit, leise umzudrehen und einen anderen Weg für mich zu wählen ...

Mit dem Fahrrad im Wald wäre mir dieses Erlebnis versagt geblieben. Und alle Lebewesen hätten sich zurückgezogen, von mir unbemerkt wahrscheinlich, und manchmal sogar für immer.

Was ist das also für ein Denken: Freie Fahrt für freie Biker? Worin unterscheidet sich diese Einstellung eines Radfahrverbandes von dem legendären Slogan eines gewissen Automobil-Clubs:

„Freie Fahrt für freie Bürger“? — Das war vor mehr als 40 Jahren.

Ich hätte mir den ADFC mehr ökologisch korrekt und auf der Höhe der Zeit gewünscht.

Gastbeitrag von Vera Gübel

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Dies ist ein Artikel der Karlsruher Zeitschrift umwelt&verkehr 1/14

Stand des Artikels: 2014! Der Inhalt des Artikels könnte nicht mehr aktuell sein, der Autor nicht mehr erreichbar o.ä. Schauen Sie auch in unseren Themen-Index.

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