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  BUZO   
Ladegeräte für Alkaline-Batterien; Foto: Wolfgang Melchert

Normale Batterien wieder aufladen?

Es gibt Akkus, und es gibt Batterien. Akkus haben eine Spannung von 1,2 V(1) und sind wieder aufladbar, Batterien haben eine Spannung von 1,5 V(2) und sind nicht wieder aufladbar, sondern müssen nach Gebrauch weggeworfen werden(3). So ist die allgemeine Meinung. Tatsächlich kann man jedoch viele Batterien mit geeigneten Ladegeräten doch einige Male wieder aufladen(4) und damit den Batterie-Müll reduzieren. Im folgenden Artikel werden diese Möglichkeit und die damit verbundenen Probleme genauer beschrieben und es wird ein Angebot des Umweltzentrums zum Aufladen von Batterien vorgestellt.

In vielen Geräten verwendet man bevorzugt Batterien und keine Akkus, weil Batterien eine höhere Spannung haben und weil sie sich bei längerer Nichtbenutzung weniger stark entladen. Dafür nimmt man in Kauf, dass Batterien nach Benutzung weggeworfen werden müssen. Tatsächlich ist es jedoch in Fachkreisen bekannt, dass bestimmte Batterien grundsätzlich wieder aufladbar sind, und zwar Batterien mit Alkaline-Mangan Technologie. Dies betrifft nicht Batterien mit Zink-Kohle Technologie, diese sind wirklich nicht aufladbar. Aufladbar sind also nur Alkaline-Batterien, die durch die Beschriftung „Alkaline“ als solche gekennzeichnet sind. Vor einigen Jahren gab es sogar für das wieder Aufladen optimierte Batterien unter dem Namen RAM-Zellen(5), die aber mittlerweile wieder vom Markt verschwunden sind.

Aufgeladen werden können Alkaline-Batterien nur und ausschließlich mit speziellen Ladegeräten, die für diesen Zweck vorgesehen sind(6). Auf keinen Fall darf man Ladegeräte für Akkus verwenden, die wegen der unterschiedlichen Spannungen und Ladeströme nicht geeignet sind! Aufgeladen werden können Alkaline-Batterien ca. 1 bis 5 mal, also deutlich weniger oft als Akkus. Es können auch nur solche Batterien aufgeladen werden, die noch nicht komplett entladen sind, sondern noch eine ausreichende Restspannung haben(7). Leider gibt es bei vielen Exemplaren von Alkaline-Batterien Probleme beim Aufladen(8), weswegen dringend davon abgeraten wird, dass jeder selbst damit experimentiert. Ein gewisser Anteil der Batterien läuft nämlich nach dem Aufladen aus und muss entsorgt werden, andere fallen mit einem inneren Kurzschluss aus(9). Nach den Erfahrungen des Autors und Angaben im Internet liegt die Erfolgsquote beim Aufladen nur bei etwa 50 %. Man muss die Batterien deshalb nach dem Aufladen noch einige Zeit sicher lagern und beobachten und kann sie erst wieder verwenden, wenn sie nicht ausgelaufen sind und noch ihre volle Spannung haben.

Damit nicht jeder experimentieren und sich mit diesen Problemen beschäftigen muss, bietet das Umweltzentrum an, mitgebrachte Alkaline-Batterien mit einem dafür geeigneten Gerät aufzuladen. Wir prüfen, ob die Batterien überhaupt geeignet sind, laden sie auf, lagern sie anschließend 1-2 Wochen lang, und kontrollieren sie auf Auslaufen und erhaltene Spannung. Batterien, die dies nicht überleben, entsorgen wir fachgerecht, die übrigen brauchbaren Batterien können wieder abgeholt werden. Das Benutzen dieser aufgeladenen Batterien erfolgt auf eigene Gefahr, das Umweltzentrum haftet nicht für Schäden, die durch ein eventuelles späteres Auslaufen der Batterien entstehen können, was allerdings auch bei neuen Batterien passieren kann. Man sollte die wieder aufgeladenen Batterien deshalb nicht in hochwertige Geräte einsetzen, sondern beispielsweise in Taschenlampen oder Uhren. Bitte auch nur selbst genutzte Batterien zum Aufladen bringen und nicht etwa öffentliche Batteriesammelkästen plündern, da deren Inhalt zweifelhaft ist!

Wolfgang Melchert

Anmerkungen:

(1)Akkus in NiMH oder NiCd Technologie; bei Akkus mit mehreren hintereinander geschalteten Zellen entsprechend z. B. 2x 1,2 V = 2,4 V oder 6x 1,2 V = 7,2 V. Blei-Akkus für Fahrzeuge und Großgeräte haben andere Spannungen, meist 6 V oder 12 V.

(2)Bei Batterien mit mehreren hintereinander geschalteten Zellen entsprechend z. B. 2x 1,5 V = 3 V oder 6x 1,5 V = 9 V.

(3)Entsorgung von ausgedienten Batterien nicht in den Hausmüll, sondern in die dafür vorgesehenen Batteriesammelkästen!

(4)Im Internet findet man vielfältige Quellen zum Thema, z. B. bei Wikipedia. Der Artikel beruht auf diesen Quellen und auf eigenen Erfahrungen des Autors.

(5)RAM = Rechargeable Alkaline-Mangan, hergestellt z. B. von Rayovac und Accucell.

(6)Geeignete Ladegeräte sind z. B. MaximalPower FC999 und (baugleich) M.A.N.Z. RC999 (im Versandhandel erhältlich), sowie Ladegeräte für RAM-Zellen, wie Rayovac PS1 und PS3, Accucell ACL 62 und ACL 64 (nur noch als Restposten auf Auktions-Portalen erhältlich).

(7)Zum Prüfen der Batterien braucht man Messgeräte, die die Batterien unter Belastung testen und nicht nur im Leerlauf.

(8)Batterien bestimmter Hersteller scheinen beim Aufladen besonders problematisch zu sein, z. B. hat der Autor bei Batterien eines Herstellers bei einigen 10 Versuchen kein einziges Exemplar erfolgreich aufladen können, bei einem anderen Hersteller waren dagegen alle Aufladungen erfolgreich.

(9)Dies ist auch der Grund dafür, warum die Hersteller auf die Batterien den Warnhinweise „nicht wieder aufladbar!“ schreiben, denn kein Hersteller möchte mit ausgelaufenen Batterien in Verbindung gebracht werden oder für dadurch entstandene Schäden haften.

Dies ist ein Artikel der Karlsruher Zeitschrift umwelt&verkehr 1/15

Stand des Artikels: 2015! Der Inhalt des Artikels könnte nicht mehr aktuell sein, der Autor nicht mehr erreichbar o.ä. Schauen Sie auch in unseren Themen-Index.

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