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Prinzip
Links: Mit einem Bohrturm aus der Erdölindustrie wurden die Bohrungen durchgeführt
Beim Zirkulationstest vor Inbetriebnahme wurde die Erdwärme durch austretenden Wasserdampf sichtbar
Fotos: geo-x GmbH

GEO-X: Der Strom, der aus der Tiefe kommt

Das Geothermie-Kraftwerk Landau

Wer einmal in einem Bergwerk war, weiß, dass es immer wärmer wird, je tiefer man in die Tiefe steigt. In Landau macht man sich das zunutze und erzeugt mit dieser Energie 3 MW Strom für ca. 6.000 Haushalte. Mit der Restwärme können darüber hinaus 300 Haushalte mit Fernwärme versorgt werden. Bis dahin war es aber ein langer Weg. Genau gesagt 3,5 km fast senkrecht nach unten. Anders als in den meisten anderen Regionen gibt es im Oberrheingraben Gesteinsschichten, die in dieser Tiefe 160°C heißes Wasser führen. Mit zwei Tiefenbohrungen wurden diese Schichten angezapft. Der vor dem Bau des eigentlichen Kraftwerks weithin sichtbare Bohrturm bohrte sich Schicht für Schicht in den Untergrund. Etappenweise wurde ein Betonrohr gegossen, durch das heißes Wasser nach oben gefördert wird und ein Zweites, mit dem das abgekühlte Wasser wieder in die Tiefe gepresst wird.

Das was dazwischen passiert, ist das eigentlich Entscheidende. Das überhitzte Wasser dient der Erzeugung von Dampf, der seinerseits eine Turbine mit Stromgenerator antreibt. Wegen der im Vergleich zu einem Kohlekraftwerk niedrigen Temperatur ist es jedoch nicht Wasserdampf des geförderten Thermalwassers, der die Turbine antreibt, sondern vom Wasser erhitztes Isopentan, eine Kohlenwasserstoffverbindung, die bei niedrigen Temperaturen verdampft. Ein Teil der Restwärme kann zur Erzeugung von Fernwärme genutzt werden.

Dass das Projekt in Landau so gut läuft, ist nicht selbstverständlich. Denn auch mit umfangreichen Voruntersuchungen ist nicht gewährleistet, dass Wasser mit der benötigten Temperatur gefördert werden kann. Andere Projekte, wie im elsässischen Soultz-sous-Forêts, waren in der Vergangenheit weniger erfolgreich. Die Probleme, die in Lörrach und Staufen aufgetreten sind, müssen in Landau jedoch nicht befürchtet werden. In Lörrach wurde kaltes Wasser in heiße Granitschichten gepumpt. Das Wasser sollte sich eigene Wege im Granit schaffen und erwärmt wieder abgepumpt werden (Hot-Dry-Rock-Verfahren). Doch das Aufreißen der Gesteinsspalten führte zu Erdbeben und Schäden in der Umgebung. In Staufen wurde durch ein oberflächennahes Erdwärmeprojekt eine kalkhaltige Schicht angebohrt. Eindringendes Wasser ließ das Material aufquellen und hebt seit dem die historische Innenstadt an.

Aber auch in Landau gilt es grundlegende Fragen zu klären. Anders als geplant kann die Pumpenanlage im Förderrohr nicht mit Pflanzenöl geschmiert werden. Es wird nun untersucht, ob das jetzt zum Einsatz kommende Mineralöl vollständig abgeschöpft werden kann, um ein Eindringen in das Erdreich zu verhindern. Die Entwicklung der Geothermie bleibt also weiter spannend. Verantwortungsbewusstsein muss dabei in jedem Fall im Vordergrund stehen.

Johannes Meister

Dies ist ein Artikel der Karlsruher Zeitschrift umwelt&verkehr 2/09

Stand des Artikels: 2009! Der Inhalt des Artikels könnte nicht mehr aktuell sein, der Autor nicht mehr erreichbar o.ä. Schauen Sie auch in unseren Themen-Index.

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