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Aktionstag Nordtangente 25.4.09, Foto: Uwe Haack

Ortsumgehung Knielingen — Nordtangente durch die Hintertür?

Die Diskussion um die „Nordtangente“ ist neu entflammt. Seit OB Fenrich Anfang des Jahres vorschlug, sich von einer durchgehenden Nordtangente zu verabschieden, hagelt es öffentliche Erklärungen von den Befürwortern dieser autobahnähnlichen Straße durch Karlsruhes Norden. Und selbst die eigene Fraktion (CDU) wendet sich gegen diesen Vorschlag und möchte an der ursprünglichen Nordtangentenplanung festhalten.

Was bedeutet die Entwicklung tatsächlich?

Hat OB Fenrich einen endgültigen Abschied von diesem umstrittenen Straßenbauprojekt eingeläutet — oder ist es vielleicht nur ein kluger Schachzug, damit der Widerstand der nördlichen Stadtteile Karlsruhes nachlässt? Und vor allem: Was bedeutet dieser Vorschlag für Knielingen?

Zunächst noch einmal zu den Fakten:

OB Fenrich schlug vor, sich von der ursprünglichen Planung einer durchgängigen Nordtangente zu verabschieden, da diese gegenwärtig und absehbar im Karlsruher Gemeinderat nicht durchsetzbar sei. Der Rathauschef betonte wiederholt, dass die Lösung nur „Zug um Zug“ zu erreichen sei.

Dieses Vorgehen solle ermöglichen, dass die beiden „Endstücke“ der ursprünglichen Nordtangententrasse im Osten (Hagsfeld) und Westen (Knielingen) gebaut werden können. Das westliche Stück soll die 2. Rheinbrücke mit der B 36 verbinden. Es bleibe dann späteren Generationen überlassen, wie sie weiter verfahren.

Auswirkungen für Knielingen

Wer sich in Knielingen auskennt, weiß, dass es aufgrund der Lage der geplanten 2. Rheinbrücke zwischen Raffinerie Miro und Papierfabrik Stora Enso eine nördliche „Umgehung“ Knielingens nicht geben kann: zwangsläufig würde die Straße sehr nahe an der bestehenden Wohnbebauung und dem geplanten neuen Wohngebiet auf dem ehemaligen Kasernengelände verlaufen.

Knielingen in der Lärmzange

Nicht nur die unmittelbar dort wohnenden Knielinger wären betroffen:

Wie wir es schon bei der Südtangente erleben, schallt der Lärm — je nach Windrichtung — auch in andere Wohngebiete weit hinein.

Idyll Waid, Foto: Karola Magerl-Feigl

Naherholung und Naturgebiet wird zerstört

Darüber hinaus würde die angebliche „Nordumgehung“ den letzten Rest von Naherholung in diesem Teil Knielingens sowie das urwüchsige Naturgebiet „Waid“ zerstören.

Neues Gewerbegebiet in Knielingen?

In den Augen der Planer würde eine solche Straße das Gewerbegebiet Knielingen-West ideal erschließen — und weitere Industrieansiedlungen direkt vor unserer Haustür rücken damit in bedrohliche Nähe.

Entlastung für die Südtangentenanwohner?

Den südlichen Stadtteilen, die unter dem Lärm der Südtangente leiden, wird oftmals eine Verbesserung ihrer Situation durch den Bau einer Nordtangente in Aussicht gestellt. Wie wir von Verkehrs- und Lärmexperten jedoch wissen, würde die erwartete Verkehrsverlagerung auf eine Nordtangente keine wirklich spürbare Lärmentlastung für die Südtangenten-Anwohner bedeuten.

Fazit:

Mit dem Bau einer „Nordtangente-West“ oder „Nordumfahrung Knielingens“ würde die Wohn- und Lebensqualität Knielingens ein weiteres Mal verschlechtert, nachdem erst im vergangenen Jahr der Bau eines weiteren Kohlekraftwerks der EnBW sowie die Energieerzeugung von Stora Enso durch eine (Müll-)Verbrennungsanlage durch das Regierungspräsidium genehmigt worden war.

Karola Magerl-Feigl

Gastbeitrag für KANU --- Knielinger Arbeitskreis Natur und Umwelt

Dies ist ein Artikel der Karlsruher Zeitschrift umwelt&verkehr 2/09

Stand des Artikels: 2009! Der Inhalt des Artikels könnte nicht mehr aktuell sein, der Autor nicht mehr erreichbar o.ä. Schauen Sie auch in unseren Themen-Index.

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