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Fortschritte im barrierefreien Nahverkehr

[Graphik: Rolli-ÖV-Netz 2004]

Auf den neu gebauten Abschnitten zur Europasiedlung und in Brauer- und Ebertstraße oder in der Region nach Odenheim, hinter Eppingen und als neuestes im Murg- oder Enztal konnten die meisten Kunden den Komfort des niveaugleichen Einstiegs schon genießen. Andernorts wird halt eine Stufe genommen. Aus der Sicht eines Rollstuhlfahrers sind es aber nur kaum nutzbare lokale Insellösungen. Aber es gibt in diesen Monaten interessante Neuerungen:

Drei Systeme:

1. S-Bahn RheinNeckar

Komplett neu an den Start geht am 14.12. die blinden- und rollstuhlgerecht ausgebaute RheinNeckar-S-Bahn. Entlang deren Strecken (s.a. Skizze oder Pro Bahn-Artikel) werden derzeit alle alten und neuen Stationen auf das neuere Bahnsteig-Regelmaß von 76 cm Höhe umgebaut und mit Rampen oder Fahrstühlen und Blindenleitstreifen ausgerüstet. Bis auf 4 kleine Stationen, wo sich die endgültige Lage noch ändert, soll das System zur Einführung fertig sein.

Als Fahrzeuge werden Elektrotriebwagen (ET) der neuen Serie 425.2 eingesetzt. Während der ET 425.0 (z.B. Karlsruhe-Stuttgart, rechts im Bild) noch eine Stufe hat, wird beim ET 425.2 mit 1,3 m breiten Türen stattdessen ein Klapptritt für einen niveaugleichen Einstieg sorgen. Er reduziert auch den Spalt von 20 cm auf 13,7 cm. Da dies für viele Rollis noch viel zu breit ist, schmaler ging es angeblich wegen der Vorschriften und Technik nicht, und weil es in Kurven zu breiteren Spalten kommen kann, gibt es am Eingang jeweils hinter dem Fahrer ein manuell von ihm bedientes Blech als Überfahrhilfe. Die Züge haben außerdem optische und akustische automatische Ansagen.

[Bild:]
Bahnhof Durlach

2. Zweisystem-Stadtbahn

Für diese wurde mit Einführung der zweiten Fahrzeuggeneration der Kompromiss zwischen Straßenbahn und Eisenbahn gewählt: 55 cm hohe Bahnsteige wurden bei neueren Außenästen (s.o.) und einzelnen neueren Stationen (Durmersheim-Nord, Wössingen-Ost, Wörth-Badepark) gebaut (während ältere Strecken 38 cm Nebenbahn-Höhe bekamen). Damit ergaben sich mittlerweile auch einige Fernstrecken, z.B. Heilbronn-Murgtal oder Bad Wildbad-Wörth (nur mit durchgehenden Zügen, da man in Pforzheim Hbf nicht niveaugleich umsteigen kann). In Karlsruhe ein- oder aussteigen kann man aber nicht.

Zumindestens für die S31 von Odenheim ändert sich das: u.a. in Untergrombach und Weingarten, wo einzelne RheinNeckar-S-Bahnen halten, werden 55 cm hohe Bahnsteige gebaut, die Minimalhöhe für den ET 425.2. Bruchsal und Karlsruhe-Durlach erhalten zweigeteilte Bahnsteige: In einer Hälfte passend für den ET 425.2 76 cm hoch (im Bild der schon fertige hellere Bahnsteig links), in der anderen Hälfte 55 cm hoch für die Stadtbahnen.

Durlach ist damit der erste Haltepunkt auf Karlsruher Gebiet mit rollstuhlgerechtem Zugang zu den Mittelflur-Zweisystemstadtbahnen, allerdings nur für die Linien S31/S32, nicht für die S4/S41 und S5! Da einzelne Bahnen von Montag bis Freitag in den Hauptverkehrszeiten bis Forbach fahren, ist auch das Murgtal eingeschränkt per Rollstuhl und Bahn erreichbar, allerdings:

Auf den Zweisystemlinien sind aber Hoch- und Mittelflurbahnen gemischt unterwegs, leider manchmal auch reine Hochflur-Kurse, was wegen der komplizierteren Umläufe im Fahrplan bisher leider nicht veröffentlicht wird. Mit der Verlängerung nach Freudenstadt ist aber klar, dass Bahnen, die bis dort fahren, nur Mittelflurbahnen sind, weil nur diese die Steilstreckenzulassung haben. Mehr Mittelflur auf der S41 könnte aber mehr Hochflur auf anderen Linien bedeuten... (S31?)

[Bild:]
Haltestelle Auer Straße

3. Niederflur-Straßenbahn

Im städtischen Bereich entschied man sich für Niederflurbahnen, weil deren Bahnsteige besser in das Stadtbild zu integrieren sind und die Bahnen mit weniger Technik etc. niedriger gebaut werden können. Zu den oben erwähnten Abschnitten kommt derzeit die der Linie 1 zwischen Weinbrennerplatz und Badeniaplatz hinzu mit Ausnahme der Haltestelle Bannwaldallee. Im Rahmen des Baus der Bahn nach Aue und Wolfartsweier wurde gerade die Haltestelle Auer Straße auf 34 cm erhöht. Somit kann man seit kurzem erstmals mit Rollstuhl per Bahn von Oberreut bis an den Eingang Durlachs fahren.

Knotenpunkt Durlach

In kurzer Zeit bekommt der Bahnhof Durlach Bahnsteige für alle drei Systeme:

76 cm für die RheinNeckar-S-Bahn S3, 55 cm zumindestens mal für die Linien S31 und S32 und rund 200 m entfernt davon 34 cm für die Linie 1 und ab Juni 2004 für die Linie 2 nach Aue. Damit ist von Karlsruhe aus zum einen die Region nördlich davon ganztags erreichbar (Bruchsal, Heidelberg, Odenheim etc.), zum anderen kann man in Durlach umsteigen und die Oberreuter Strecke samt Weinbrennerplatz und Europahalle erreichen.

Zukunft

Würde man sich entschließen, in Durlach auch die Bahnsteige der S4 und S5 umzubauen, könnte man von Karlsruhe aus auch Heilbronn, Bad Wildbad, das Murgtal und Wörth erreichen. So hängt dieser Netzteil leider völlig unangebunden in der Luft...

Ebenfalls unerreichbar bleibt für die meisten Rollstuhlfahrer die Innenstadt, da man aus mehreren Gründen dort keine höheren Bahnsteige möchte. Am Marktplatz wegen dem Denkmalschutz, in der Fußgängerzone wegen angeblicher Stolpergefahren (in Strasbourg kein Problem) und weil es sich wegen der U-Strab angeblich eh nicht mehr lohnt, wie man kürzlich erst in der Zeitung lesen musste. Dabei wird diese frühestens 2012 fertig. Erhöhte Bahnsteige am Kronenplatz und insbesondere am Europaplatz wären aber wegen der Umsteigebeziehungen zwischen den Niederflurlinien dringend nötig! Ohne diese entfalten die existierenden und kommenden 34-cm-Abschnitte keinerlei Netzwirkung.

Umsteigen zwischen den umgebauten Außenästen, werden aber möglich, wenn das nicht am Geld scheitert, was in der Zeitschrift weichenbengel 5/03 des TSNV vorgestellt wurde: Umbaupläne für die Haltestellen Untermühlstraße und Ebertstraße. Mit letzterer und der Haltestelle Auer Straße wären tatsächlich erstmals alle Niederfluräste miteinander kombinierbar, wenn auch mit abenteuerlichen Stadtrundfahrten! Bei Finanzierung könnte dies nächstes Jahr gebaut werden. Weitere Neubaustrecken (Nordstadt, Kriegsstraße-Ost, Knielingen-Nord) und Umbaubaumaßnahmen (Waldstadt, Tullastraße, Rintheim) werden in den folgenden Jahren das Netz erweitern, leider aber nur abseits der City...

Leider sind bis heute praktisch keine Infos über das barrierefreie Bahnfahren in und um Karlsruhe auf Papier oder im Netz zu finden. Ich hoffe, ich finde bis Jahresende Zeit, dies auf unserem neuen Server umverka.de genauer zu dokumentieren.

Heiko Jacobs


Aktuell:

Link zu Mobilitäts-Infos der S-Bahn Rhein-Neckar

Aus dem Flyer zur S-Bahn Rhein-Neckar: "Die komplette Fertigstellung aller S-Bahn-Stationen ist ab April 2004 gewährleistet." Die Stationen zwischen Bruchsal und Durlach, jeweils incl., sehen, von Weingarten abgesehen, in der Tat alle ziemlich unfertig aus...

Nun ist's April und Durlach sieht noch immer unfertig aus... Bei meiner ersten Fahrt mit der RNSB Ende März war auf der Rückfahrt auch ein Rollstuhlfahrer unter den Reisenden, der sich allerdings über den Restspalt helfen ließ. Wer in Hafas Fahrpläne sucht, findet den Hinweis "Fahrzeuggebundene Einstiegshilfe: Anmeldung 01805-512512 (12ct/min)"

Der KVV bietet seit kurzem einen Liniennetzplan für mobilitätseingeschränkte Fahrgäste an. Zitat von der Homepage des KVV: Neu: Liniennetzplan für mobilitätseingeschränkte Fahrgäste

(gnh) Nachdem in den letzten Jahren durch Aus- und Umbauten die Haltestellen im Stadtbahn- und Straßenbahnnetz zunehmend mit neuen und höheren Bahnsteigen ausgestattet wurden, können mobilitätseingeschränkte Fahrgäste inzwischen vielerorts ohne fremde Hilfe ein- und aussteigen. Diese Haltestellen sind auf einem neuen Liniennetzplan des Karlsruher Verkehrsverbunds für mobilitätseingeschränkte Fahrgäste besonders gekennzeichnet. Auf einigen Strecken werden bereits die meisten Fahrten mit behindertengerechten Fahrzeugen bedient, Ausnahmen sind in den Aushangfahrplänen gekennzeichnet. Den Liniennetzplan gibt es zum kostenlosen Download hier. (PDF-Datei, 645 kB) http://www.karlsruhe.de/KVV/download/lnp/lnp_bf.pdf

Dies ist ein Artikel der Karlsruher Zeitschrift umwelt&verkehr 3/03

Stand des Artikels: 2003! Der Inhalt des Artikels könnte nicht mehr aktuell sein, der Autor nicht mehr erreichbar o.ä. Schauen Sie auch in unseren Themen-Index.

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