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Pünktlichkeit -- um jeden/welchen Preis?

"Zur Verbesserung der Pünktlichkeit" schreibt die DB in ihrer Vorschaubroschüre zum Fahrplanwechsel 2004, kann dieser oder jener Halt in Offenburg und in Baden-Baden nicht mehr bedient werden.

Die ICE-Linie 50 Saarbrücken -- Frankfurt -- Dresden teilt man in Frankfurt "zur Pünktlichkeitsverbesserung" und gesteht damit ein, dass extrem lange Zugläufe wie der IC Passau -- Frankfurt -- Köln -- Dortmund -- Hannover -- Leipzig -- Dresden, aber auch Nahverkehrszüge wie Offenburg -- Karlsruhe -- Heidelberg -- Kaiserslautern -- Saarbrücken -- Trier vielleicht wirtschaftlich, aber eben doch verspätungsanfällig und damit schlecht für das Image waren. Den Knoten Mannheim will man entzerren. Dabei war man früher doch stolz, dass man in jeder Stunde zwischen zwei Zügen von Norden bzw. Süden am gleichen Bahnsteig umsteigen konnte. 3 bzw. 8 Minuten Halt der Züge reichten. Es klappte nicht nur in Mannheim, sondern auch in Köln, Dortmund, Hannover und Würzburg. Korrespondenzzüge nannte die DB diese Anschlüsse vor 20 Jahren.

Jetzt scheinen Anschlüsse der DB eher lästig zu sein. Muss ein Anschlusszug auf einen verspäteten warten, bekommt er eben auch Verspätung. Also: Kein Anschluss bedeutet weniger Verspätungen! Das Image ist gerettet, aber mancher Kunde verloren welch hoher Preis!

Etwas zum Anschauen können die Leser selbst am Karlsruher Hauptbahnhof erleben: Auf Gleis 1 fährt die Regionalbahn (RB) zur Minute 35 in die Pfalz Richtung Landau und Neustadt/W. ab. Genau 2 Minuten vorher kommt zur Minute 33 die RB aus Mannheim über Graben/Neudorf am Gleis 2, also am selben Bahnsteig an. Es würde wunderbar zum Umsteigen reichen; aber es ist kein Anschluss, denn auf Gleis 1 wird minutengenau abgefahren. Tante Minna aus Friedrichstal soll ruhig eine Stunde eher kommen, dann kann sie ohne Hektik nach Rohrbach weiterfahren. Und Onkel Max aus Bad Schönborn muss das auch, wenn er nach Wissembourg will, denn auch seine RB aus Heidelberg kommt Minute 33 in Karlsruhe an.

Wenn Sie das erlebt haben, gehen Sie weiter nach Gleis 9. Dort steht jede zweite Stunde die aus Odenheim kommende S-Bahn nach Rastatt und wartet 8 Minuten bis zur Weiterfahrt z.B. um 11.54 Uhr. Jetzt können Sie einen echten Winke-Winke-Anschluss erleben. 11.53 soll am Nachbargleis 10 der IRE aus Stuttgart ankommen. Und selbst wenn er pünktlich ankommt, sehen die Fahrgäste des IRE die SBahn nur noch von hinten, denn sie fährt pünktlich ab. Nach Malsch kommt Herr Dr. Müller aus Stuttgart ja auch eine S-Bahn später!

Umgekehrt geht das Spiel natürlich auch: Ankunft der RB aus der Pfalz zur Minute 22, Abfahrt nach Graben-Neudorf auch 22 und nach Heidelberg 23. Oder Ankunft aus Malsch 04, Abfahrt IRE nach Stuttgart 05.

Noch ein ganz gemeines Beispiel am Schluss: Wer von Pforzheim nach Heidelberg fahren will, dem bietet die DB sogar ICE-Verbindungen über Vaihingen / Enz an. Aber auch für Nahverkehrsfahrer wird ein gutes Angebot bereitgehalten, z.B. IRE ab Pforzheim 13.30, bis Durlach ohne Halt. Dort an 13.46, und 5 Minuten später weiter die RB nach Heidelberg. Wenn es nur immer klappen würde. Denn ist der IRE leicht verspätet ruft eine freundliche Stimme zur Beeilung auf Ihr Zug steht abfahrbereit auf Gleis 1. Aber die Signale werden in Karlsruhe gestellt. Kaum hat der IRE aus Pforzheim die letzten Weichen bei seiner Einfahrt nach Gleis 2 verlassen, zeigt das Signal am Gleis 1 für den Zug nach Heidelberg "grün". Der Zug fährt pünktlich ab und darauf kommt es ja schließlich an.

Siel.

Dies ist ein Artikel der Karlsruher Zeitschrift umwelt&verkehr 3/03

Stand des Artikels: 2003! Der Inhalt des Artikels könnte nicht mehr aktuell sein, der Autor nicht mehr erreichbar o.ä. Schauen Sie auch in unseren Themen-Index.

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