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Plant die CDU eine Ersetzung der Südtangente durch die Nordtangente?

MdB Ingo Wellenreuther (CDU) will offenbar die bestehende Rheinbrücke mit Anbindung der B 10 auf die Südtangente aufgeben und dafür ganz auf eine neue Rheinbrücke zur Nordtangente setzen. Dies ergibt sich aus einer Aussage, mit der er Ende Juli den Vorschlag aus Reihen der SPD kommentierte, durch den Bau zweier Halbbrücken am selben Ort die bestehende Rheinbrücke ohne Vollsperrung zu sanieren: „Eine zweite Rheinbrücke und der Bau der Nordtangente sind zwingend erforderlich. Wenn der Bund diese Lösung als sinnvoll erachtet und dafür finanzielle Mittel bereitstellt, dann wäre es absurd, hier querzuschießen. Wir können doch nicht auf 80 Mio. € Bundesmittel verzichten und stattdessen eine kommunale Lösung fordern, für die es kein Geld gibt", sagte er gegenüber ka-news.

Wenn die dringend nötige Sanierung der bestehenden Brücke aus kommunalen Mitteln zu finanzieren ist und die Stadt mit Sicherheit kein Geld dafür hat, muss die Brücke samt B 10 also zwangsläufig stillgelegt werden. Die Südtangente wird nur noch über die neue Brücke zu erreichen sein. Allerdings bietet es sich für den Fernverkehr dann an, gleich auf der Nordtangente zu bleiben.

In der Logik seiner Aussage macht die Bezeichnung „2. Rheinbrücke“ endlich Sinn. Bekanntlich wird die Eisenbahnbrücke bei der Diskussion um eine weitere Brücke ja gerne und bewusst ausgeblendet. Wenn die bestehende Autobrücke stillgelegt wird, sind es in der Tat dann wieder zwei Rheinbrücken. In diesem Sinne ist dann wohl auch eine weitere Aussage Wellenreuthers im selben Medium zu verstehen: „Jede größere Stadt entlang des Rheins hat mindestens zwei Brücken.“ Das ist eindeutig. Auch Straßburg kommt schließlich nur auf mehr als eine Brücke, wenn man die Eisenbahn- oder die Fußgängerbrücke mitrechnet.

Wäre da nicht noch das dumme Problem, dass für die Weiterführung der Nordtangente noch einige Relikte des Hardtwalds im Weg stehen, die die Karlsruher ungern aufgeben wollen. Auch dafür hat Wellenreuther eine Lösung parat: Es soll mal wieder ein Tunnel her, schlagen er und der von ihm entsprechend indoktrinierte und immens ortskundige Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium Andreas Scheuer (CSU) vor. Klasse Vorschlag. Dann könnte man doch auch gleich weiterbohren bis in die Pfalz. Oder noch einfacher: Wenn der Kriegsstraßentunnel kommt, den einfach verlängern bis zur anderen Rheinseite, oder?

Reiner Neises

Zur Sache: Die Planung für die Rheinbrücke wird derzeit massiv vorangetrieben. Nach Intervention diverser CDU-Politiker hat das Bundesverkehrsministerium im September seine Zustimmung zur Durchführung des Bauprojekts erteilt. Damit kann das Planfeststellungsverfahren durch das Regierungspräsidium Karlsruhe und die Rheinland-Pfälzer Behörden eingeleitet werden. Gingen die Politiker bis vor kurzem noch von einer Bausumme von 80 Mio. € aus, veranschlagt das Ministerium jetzt schon 107 Mio. € für den Brückenbau und deren Anbindung an B 9 im Westen und Südtangente am Ölkreuz im Osten. Das Regierungspräsidium wurde aus Berlin angewiesen, so zu planen, dass eine spätere Anbindung an die B 36 (Neureuter Straße) erfolgen kann.

Dies ist ein Artikel der Karlsruher Zeitschrift umwelt&verkehr 3/10

Stand des Artikels: 2010! Der Inhalt des Artikels könnte nicht mehr aktuell sein, der Autor nicht mehr erreichbar o.ä. Schauen Sie auch in unseren Themen-Index.

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