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  BUZO   
Müll auf dem Darß; Foto: NABU/F. Paulin

Plastik — nein Danke!

Ein Thema, das mich schon jahrelang umtreibt, sind die Unmengen von Plastikmüll, die unsere ach so „moderne“ Konsumgesellschaft erzeugt. Auf das Thema aufmerksam wurde ich durch einen Bericht, dass sich im Nordpazifik ein Müllstrudel von der Größe Westeuropas gebildet hat. Auch im Südpazifik, Atlantik, Mittelmeer und im Indischen Ozean fahren Abfälle Karussell. Schätzungen zufolge gelangen knapp 9 Millionen Tonnen Plastikmüll pro Jahr in die Weltmeere. Für Seevögel und Meeressäuger hat dieser Müll oft tödliche Folgen, denn sie halten das blinkende Zeug für Nahrung, fressen es und verhungern infolgedessen mit vollem Magen. Selbst so große Meerestiere wie Wale sind durch Plastikmüll gefährdet. Man fand im Magen eines am Ufer des Mittelmeeres gestrandeten jungen Pottwals über 100 Plastiktüten. Wale verwechseln sie mit Kalamaren und verschlucken sie.

Dieser Plastikmüll verbleibt für Jahrhunderte im Wasser. Bedingt durch die UV-Strahlung der Sonne zersetzen sich die größeren Teile und werden so immer kleiner bis zu Mikroplastikteilchen, an die sich Schad- und Giftstoffe anlagern. Diese sind ein weiteres Problem, weil sie in die Nahrungsketten der Meerestiere gelangen und sie schädigen. Für uns Menschen — am Ende dieser Nahrungskette — besteht zunehmend die Gefahr, dass Mikroplastikchemikalien in unseren Körper gelangen und zu Krebs, Adipositas und anderen Krankheiten führen können.

Wir verschwenden Plastik, als wäre es wertlos. Da sich die Katastrophe in internationalen Gewässern zuträgt, fühlt sich keine Regierung dafür zuständig. Also sollten wir Konsumenten möglichst kein oder zumindest weniger Plastik verwenden und so das Müllaufkommen reduzieren. Leider wird es einem nicht einfach gemacht, wenn man z. B. im Supermarkt einkauft. Um Einkaufstüten gibt es viele Fragezeichen. Nur eines ist sicher: Wir müssen unseren Plastiktütenverbrauch dringend reduzieren. Der „Tütengroschen“ an der Kasse sollte auf 50 ct oder 1 € erhöht werden, damit der Verbrauch sinkt. Leider hat der Handel kein Interesse daran, da die Tüten auch günstige Werbeträger für die Unternehmen sind.

Es gibt zumindest aktuelle Ansätze in der Politik, wie z. B. den Beschluss, dass ab 2016 keine kostenlosen Plastiktüten mehr ausgegeben werden dürfen. Ausgenommen davon bleiben aber weiterhin die dünnen Tüten für Obst und Gemüse.

Papiertüten, wie sie jetzt z. B. bei Biomärkten angeboten werden, sind leider keine Alternative, auch wenn manche ungebleichte Papiertüten umweltfreundlicher aussehen. Bei Tüten aus Frischfaser geht man sogar von einer viel schlechteren Energiebilanz aus. Eine Frischfasertüte muss schätzungsweise dreimal so oft genutzt werden wie eine erdölbasierte Plastiktüte, damit sich die Klimabilanz ausgleicht. Die Herstellung von Zellulose für Papiertüten ist äußerst energie- und wasseraufwändig. Zudem werden umweltschädliche Chemikalien eingesetzt, um Papiertüten möglichst stabil zu machen. Aber immerhin werden Papiertüten noch eher sachgerecht recycelt als Plastiktüten und wenn nicht, verrotten sie in freier Natur einfach statt gefährliche Mikroplastikteilchen zu produzieren.

Neben Papier gibt es auch andere nachwachsende Rohstoffe: „Jute statt Plastik“ oder die bewährte Stofftasche aus Baumwolle oder auch biobasierte Kunststoffe, wobei auch bei letzteren der Energiebedarf bei der Herstellung groß ist plus eventuelle Konkurrenz zur Nahrungsproduktion.

Was wir Konsumenten tun können:

Leider noch am Anfang ist das Zurückdrehen der Verschwendungsschraube in Form von plastikfreien Läden; das ist die Möglichkeit, Waren wieder wie in Kaufläden aus meiner Kindheit offen zu kaufen ohne die unzähligen Plastik-Verpackungen. In Deutschland gibt es inzwischen acht verpackungsfreie Läden. Der Karlsruhe nächstgelegene heißt „Annas Unverpacktes“ in Heidelberg.

Gute Internet-Seite zum Thema:
Plastiktüten? Vermeiden statt ersetzen!

Hans Seiler

Dies ist ein Artikel der Karlsruher Zeitschrift umwelt&verkehr 3/15

Stand des Artikels: 2015! Der Inhalt des Artikels könnte nicht mehr aktuell sein, der Autor nicht mehr erreichbar o.ä. Schauen Sie auch in unseren Themen-Index.

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