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| Betonwüsten statt Jungwald? Fotos: Harry Block |
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Der viele Paket-Lieferverkehr ist bestimmt jedem schon negativ aufgefallen, und dabei ist das nur das letzte Glied einer langen Logistikkette mit vielen Belastungen. So möchte z. B. Amazon in Bietigheim ein weiteres Logistikzentrum bauen. Auf dem vorgesehenen Grundstück wächst Wald auf, der als Ausgleichsmaßnahme für eine andere Baumaßnahme gepflanzt wurde. Gegen die Ansiedlung von Amazon ist eine Arbeitsgruppe des Klimabündnisses Karlsruhe und auch eine Initiative von engagierten Bürger*innen aus Bietigheim aktiv.
Klar ist: Online-Bestellungen gehören mittlerweile zum Alltag und häufig ist das positiv. Kleinere, innovative und ökologisch engagierte Firmen bieten ihre Waren online an und erhöhen dadurch ihre Reichweite, Ersatzteile für Reparaturen findet man oft erst durch das große Onlineangebot und für mobilitätseingeschränkte Personen bietet der Onlineeinkauf Unabhängigkeit. Aber die großen Anbieter verführen die Konsument*innen online noch leichter zum Kauf als in Ladengeschäften, und die Möglichkeit, sich Sachen mal zur Ansicht kommen zu lassen und sie dann wieder retour zu schicken, verschlechtert die Umweltbilanz erheblich. Viele Verkäufer nutzen nur Amazon und Co., die Käufer*innen geben Geld aus und müssen noch mehr Dinge, die sie eigentlich nicht brauchen, in ihrem Haushalt unterbringen. Und zum Schaden aller werden enorme Mengen an Ressourcen verschwendet. Hinzu kommen die negativen Auswirkungen für den lokalen Handel, Stichworte Marktmacht und Verdrängung und das äußerst fragwürdige und demokratiefeindliche Gebahren der hinter allem stehenden US-Tech-Giganten.
Sie, liebe Leser*innen, gehören sicherlich zu den Menschen, die im Alltag auf Nachhaltigkeit Wert legen. Nachfolgend sind ein paar Ideen dazu für Karlsruhe zusammengestellt.
Viele gute Hinweise hat mit Unterstützung der Stadt Karlsruhe der Agenda21-Arbeitskreis zusammengestellt, als klassische Auflistung und als web-App: agenda21-karlsruhe.de
Es sind recht viele Angebote in Karlsruhe zu finden. Aber auch für faire Angebote beginnt bewusstes, nachhaltiges Konsumieren mit den Fragen: Brauche ich das? Macht es mir oder Beschenkten eine besondere Freude? Gibt es bessere Alternativen?
Für Kleidung sind Kleidertauschveranstaltungen hierzu eine schöne Möglichkeit, in Karlsruhe regelmäßig von Greenpeace, GloW glow-karlsruhe.org und anderen organisiert. Man sortiert daheim im Kleiderschrank gut erhaltene Stücke aus, bringt sie hin, trifft nette Leute, stöbert an den Kleidungstischen und findet mit etwas Glück neue Lieblingsstücke — ganz ohne Kommerz.
(Elektro-)geräte und Haushaltsgegenstände, die man nur manchmal braucht, kann man oft auch ausleihen, etwa im Leihlokal der Bürgerstiftung Karlsruhe buergerstiftung-karlsruhe.de
Geht etwas kaputt, lässt sich das oft reparieren. Hier leisten Änderungsschneidereien und Handwerksbetriebe gute Arbeit. Hilfe durch engagierte ehrenamtliche Helfer*innen gibt es in Reparaturcafés reparaturcafe-karlsruhe.de ist der Link zum Reparaturcafé im Leih.lokal in der Gerwigstraße. Auf der Webseite gibt es auch Links zu weiteren Reparaturcafés in Knielingen, in Heide und am KIT.
Second-Hand ist natürlich nicht nur eine gute Möglichkeit zum Einkaufen, auch gut erhaltene Dinge, die man nicht mehr benötigt, kann man dort spenden oder verkaufen. Zusätzlich zu den im obigen grünen Einkaufsführer genannten Läden gibt es in Karlsruhe den Pfennigbasar des internationalen Frauenclubs, für den jedes Jahr im Winter gesammelt und anschließend in der Schwarzwaldhalle verkauft wird, die Veranstaltung ist Kult.
Vielleicht hat man Dinge, die zu speziell sind, um in einem örtlichen Second-Hand-Laden Käufer zu finden oder die so wertvoll sind, dass man gerne gutes Geld dafür haben möchte. Da bietet sich der Online-Verkauf an. Die Verbraucherzentrale hat unter Kurz: umverka.de/b2 = Lang: https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/digitale-welt/onlinehandel/refurbished-und-secondhand-gebrauchtes-online-kaufen-und-verkaufen-79356 viele Tipps zusammengestellt, Portale bewertet und Chancen und Risiken beschrieben. Es macht einfach Freude, wenn man für schöne Dinge, die man (leider) nicht mehr braucht oder für die man keinen Platz mehr hat, auf diese Weise Menschen findet, die sie schätzen und nutzen.
Auch für Bücher (Bibliotheken und Bücherschränke) und Autos (Carsharing) gibt es oft gute Alternativen zum Kauf. Diese Beispiele zeigen, weniger Konsum von Neuwaren schont nicht nur die Umwelt, sondern bringt schöne Erfahrungen und bereichert den Alltag, eine echte Win-Win-Situation.