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  VCD   
Bushalt an Schnellstraße; Fotos: Hans Seiler
Ringroute mit zum Radweg schrägem Bord, jedenfalls wo neu gebaut wurde;
Aufenthaltsqualitäten;

Tram-, Bus- und Radverkehr in Straßburg begeistert

Bei einer Exkursion des VCD Karlsruhe hat der französische Partnerverband ASTUS uns die Highlights der Straßburger Verkehrsplanung gezeigt. Besonders begeistert waren die Teilnehmenden vom Fünf-Minuten-Takt der Bahnen und den separat geführten Fahrradstreifen.

Nach dem Vorbild von Karlsruhe hat Straßburg ein System von Straßenbahnen aufgebaut, das über die Stadtgrenzen hinaus auch in die Region führt. Der Takt ist teilweise auf fünf Minuten verdichtet und trotzdem sind die Bahnen voll. Das, obwohl es keinen Verkehrsverbund gibt: Die Automaten bieten etwa 20 verschiedene Fahrkarten an, mit vielen Fallstricken. Aber das Angebot an Straßenbahn- und Buslinien ist enorm.

Auf einer großen Ausfallstraße gibt es eine separate Busspur, die bald noch verlängert wird. An zentralen Knoten kommen die verschiedenen Verkehrsträger zusammen, so dass der Umstieg leicht fällt. An einem solchen Umsteigepunkt sahen wir, wie die kahlen Betonwände durch illusionistische Malerei verschönert war — eine wirklich gelungene Art von „Kunst am Bau“.

Alle Busse des Stadtverkehrs fahren elektrisch oder mit Gasantrieb. Der frühere Busbahnhof wurde ersetzt durch Haltestellen entlang der Straße, so dass die Busse zügig weiterfahren können. Engstellen wurden durch unkonventionelle Ideen gelöst. Eine eingleisige Stelle der Tram kommt etwa dank „Gleisverschlingung“ ohne Weichen aus: Die Schienen werden durch kleine Kreuzungen verschränkt, so dass in der Engstelle ein Vier-Schienen-Gleis die Richtungen separiert. Beim Stadion sorgt ein Depot für sechs Bahnen dafür, dass nach den Spielen in beide Richtungen je drei Bahnen einen Großteil der Fans schnell abtransportieren können.

Für den Radverkehr wurde auch viel getan. Es gibt eine 4 km lange Ringroute um die Innenstadt, auf der man sehr schnell und weitgehend vorfahrtsberechtigt die Fußgängerzone umfahren kann. Die Fahrräder haben entweder die Straße fast für sich alleine — nur die Anwohner dürfen im Einbahnverkehr mit dem Auto zu ihren Häusern. Oder ein Zweirichtungs-Radweg ist durch Bordsteine vom Autoverkehr getrennt. Die Bordsteine fallen zur Fahrbahn hin senkrecht, zum Radweg sanft ab, damit Fahrfehler verziehen werden. Durchlässe stellen die Entwässerung sicher. Parkplätze sind auf ein Minimum begrenzt, oft gibt es nur eine Ladezone. Nur am Stadtrand gibt es große Park&Ride-Parkplätze.

Der Fußverkehr kommt bei all dem nicht zu kurz. Die weitläufige Fußgängerzone ist durch teilweise versenkbare Poller vor Autos geschützt. Mietbare E-Scooter gibt es nicht. Die Gehwege sind breit und nicht durch geparkte Autos verstellt.

Bei der Rückfahrt landeten wir auf dem Boden der deutschen Tatsachen: Der Zug fiel ab der Grenze aus. Und in Karlsruhe müssen wir immer noch für quasi alles oben Beschriebene kämpfen.

Johannes Honné

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