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10 moderne Märchen zum Thema Nordtangente und Rheinbrücke:

Die Befürworter der Nordtangente versuchen mit fadenscheinigen Argumenten die Bürger von der Notwendigkeit der Nordtangente zu überzeugen. Wir geben die 10 häufigsten Argumente wieder und beleuchten sie auf ihre Stichhaltigkeit:

  1. Die Nordtangente diene als städtische Entlastungsstraße

    Die Nordtangente ist im Bundesverkehrswegeplan als Teilstück des deutschen Fernstraßennetzes vorgesehen. Insbesondere durch die Ausbaumaßnahmen der B10 in der Pfalz und mit dem geplanten Bau der Bienwaldautobahn Lauterbourg — Wörth wird die Nordtangente eine überregionale Transitstrecke für LKW-Verkehr (Saarbrücken — Stuttgart — Budapest).

  2. Die Nordtangente entlaste die nördlichen Stadtteile vom Verkehr

    Die Straßen im Zulauf zur geplanten Nordtangente werden zusätzlichen Verkehr erhalten. Insbesondere durch den bereits in Bau befindlichen Autobahnbahnanschluss Karlsruhe-Nord wird mehr Verkehr die nordöstlichen Stadtteile und insbesondere Hagsfeld belasten. Diese Mehrbelastung dient als Druckmittel, um die Zustimmung der Bevölkerung für eine durchgehende Nordtangente zu erreichen. Alle nördlichen Stadtteile werden durch Straßenlärm zusätzlich belastet.

  3. Die Nordtangente entlaste die Südtangente

    Staus gibt es auf der Südtangente nur bei Störungen oder an einzelnen Stellen zur Hauptverkehrszeit. Letztere haben auch eine begrenzende Wirkung auf das Gesamtverkehrsaufkommen. Schließlich ist ja schon die Südtangente eine Entlastungsstraße mit dem Charakter einer “Stadtautobahn”. Bei Störungen wird es auch nach dem Bau einer Nordtangente Staus auf der Südtangente geben.

  4. Durch einen Tunnel würde die Nordtangente umweltverträglich

    Ein Tunnel, wie von CDU-Bundestagsabgeordeten Wellenreuter vorgeschlagen, wird wegen der hohen Kosten und der Eingriffe in das Grundwasser nicht vom Westen bis in den Osten Karlsruhes umzusetzen sein. Damit ist auch weiterhin eine hohe Lärmbelastung und Trennwirkung für die unmittelbar benachbarten Stadtteile Rintheim, Hagsfeld, Waldstadt, Neureut, Nordweststadt und Knielingen zu erwarten. Auch die frühere “Wellenreutervariante” einer nördlicheren Lage der geplanten Straßenbrücke ist längst wieder vom Tisch.

  5. Die Nordtangente Ost würde nur zweispurig

    Die geplante Nordtangente ist 4-spurig trassiert. Sie erhält zwar zunächst nur eine Fahrspur je Richtung, aber die zwischen den Lärmschutzwällen in Anspruch genommene Breite entspricht dem einer 4-spurigen Straße. Diese Fläche ist damit belegt. Ein späterer Ausbau wird zudem nahe gelegt. Wozu würden sonst Steuergelder hierfür investiert?

  6. Die Nordtangente sei eine Tangente

    Die Nordtangente durchschneidet die Karlsruher Gemarkung anstatt sie zu berühren. Die letzten Grünzäsuren werden mit Lärmschneisen durchzogen, so zwischen Rintheim und Hagsfeld, zwischen der Waldstadt und der Oststadt, zwischen der Nordweststadt und Neureut bzw. nördlich von Knielingen.

  7. Die zweite Straßenbrücke über den Rhein sei erforderlich, um Karlsruhe vor dem Verkehrskollaps zu bewahren

    Der Bau der zweiten Rheinbrücke erzeugt zusätzlichen Verkehr. Er steht in Verbindung mit Straßenbaumaßnahmen in der Pfalz (z. B. mit dem 4-spurigen Ausbau der Bundesstraße B 10 Landau — Saarbrücken und dem geplanten Bau der Bienwaldautobahn Lauterbourg — Wörth). Durch die mautfreien Straßen, insbesondere die zur A5 parallelen A35 auf französischem Boden, werden Mautpreller quer durch Karlsruhe über den Rheinübergang zur französischen Parallelautobahn wechseln. Hier sind restriktive Maßnahmen wie z. B. eine Mauterhebung auf der Südtangente einem großzügigen Straßenausbau vorzuziehen.

  8. Die zweite Straßenbrücke sei wegen der Sanierung der bestehenden Brücke erforderlich

    Es liegt trotz Anfragen mehrerer Fraktionen des Gemeinderates noch keine Aussage der Verwaltung vor, die die Behauptung stützt, dass die Straßenbrücke über den Rhein nicht mit einer Teilsperrung saniert werden könnte.

  9. Die zweite Straßenbrücke über den Rhein sei auch ohne Nordtangente eine sinnvolle Maßnahme

    Die Kapazität der bestehenden Straßenbrücke ist größer, als die Kapazität der Südtangente und des Wörther Kreuzes. Eine Erhöhung der Kapazität der Rheinbrücke macht also nur Sinn, wenn weitere Straßenkapazitäten durch den Bau der Nordtangente geschaffen würden. Die in Rheinland-Pfalz im Raumordnungsverfahren priorisierte Nordvariante liegt zudem genau in der Verlängerung der geplanten Nordtangententrasse.

  10.  Es gäbe derzeit nur eine Rheinbrücke in der Region

    Auch die Eisenbahnbrücke über den Rhein ist eine Rheinbrücke. Durch das geplante Stadtbahnprojekt nach Germersheim wird für zahlreiche Pendler eine attraktive Alternative zum Auto geboten. Hierdurch entstehen echte Entlastungeffekte und nicht nur Verlagerungen. LKW-Fernverkehr kann auch andere bestehende Rheinübergänge benutzen, wobei auch hier eine Verlagerung auf die Schiene seit langem auch von der Bundesregierung gefordert wird.

Johannes Meister

Lesen Sie auch: David gegen Goliath? Bürgerengagement für ein lebenswertes Karlsruhe und gegen Nordtangente und 2. Straßenbrücke über den Rhein!

Dies ist ein Artikel der Karlsruher Zeitschrift umwelt&verkehr 1/06

Stand des Artikels: 2006! Der Inhalt des Artikels könnte nicht mehr aktuell sein, der Autor nicht mehr erreichbar o.ä. Schauen Sie auch in unseren Themen-Index.

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