zum Text umwelt&verkehr karlsruhe
Bundestagswahl 24.9.2017
Sonderseite  
 Forum 
 > Hefte < 
 Infos etc. 
Startseite
Start
Sitemap
Impressum
   Themen-Index   Autoren   Verbände   Termine   2/17   1/17   3/16   2/16   1/16   3/15   2/15   1/15   3/14   2/14   1/14   3/13   2/13   1/13   3/12   2/12   1/12   3/11   2/11   1/11   3/10   2/10   1/10   3/09   2/09   1/09   3/08   > 2/08 <   1/08   3/07   2/07   1/07   3/06   2/06   1/06   3/05   2/05   1/05   3/04   2/04   1/04   3/03   2/03   1/03 
<<<  Bäume suchen Paten!   > Siedler wollen Grünzug erhalten <   Nachruf Eugen Blomert  >>>
  BUZO   
Luftballonaktion am 1. Mai entlang des Kutschenwegs: Mit Absperrband und Ballons wurde die erhebliche Dimension des geplanten Bauvorhabens verdeutlicht. Foto: K. Manegold

„Die Siedler von KA“ wollen Grünzug im Karlsruher Süden erhalten

Im Süden von Karlsruhe ist auf 20 Hektar landeseigenen Ackerflächen eine der modernsten fleischverarbeitenden Industrieanlagen Europas in Planung. Das Hauptgebäude soll in etwa die Grundfläche aller vier Hallen der Neuen Messe haben. In Teilbereichen entspräche die Höhe einem 10-stöckigen Hochhaus. Zum Bauvorhaben gehören u.a. eine Räucherei, riesige Kühlanlagen, eine Dampferzeugungsanlage, eine Vorkläranlage, eine LKW-Waschanlage und eine LKW-Tankstelle. An 7 Tagen pro Woche sollen im 24-Stunden-Schichtbetrieb jährlich 750.000 Schweine und mehrere 10.000 Rinder und Lämmer verarbeitet werden.

Die Fläche zwischen Segelflugplatz und Neuer Messe ist für viele Karlsruher ein wichtiges Naherholungsgebiet. Direkt neben dem Kutschenweg sollen jedoch in Zukunft Kühllastzüge entlang fahren. Der riesige Baukörper kann die Zufuhr frischer Luft in Richtung Stadt unterbrechen und wird den Blick auf den Nordschwarzwald abriegeln. Prognostiziert ist eine Verkehrszunahme um 400 LKW und 800 PKW täglich, die unter anderem die B36 und die Südtangente in Karlsruhe beträfe. Die täglich anfallenden ca. 2000 m³ Abwässer der Fabrik sollen quer durch Karlsruhe fließen und in der Kläranlage Neureut aufbereitet werden. Emissionen entstehen insbesondere durch die Räucherei, die Dampferzeugung und das Verkehrsaufkommen. Laut Umweltbericht, der im Namen des Investors Edeka erstellt wurde, kann eine erhebliche Immissionsbelastung des Wassers nicht ausgeschlossen werden.

Der im Jahre 2002 von der Politik verbindlich verabschiedete Regionalplan weist die beplante Fläche als schützenswert für die Landwirtschaft und schützenswert für die Erholung sowie als Wasserschutzzone aus. Im Flächennutzungsplan ist die Fläche als landwirtschaftliche Fläche ausgewiesen. Daher wird von der federführenden Gemeinde Rheinstetten eine Änderung des Flächennutzungsplans angestrebt. Dieser Änderung muss der Nachbarschaftsverband, zu dem auch die Stadt Karlsruhe gehört, zustimmen. Besonderer Druck wird hierbei jedoch vom Eigentümer der Fläche, dem Ministerium für Ernährung und ländlichen Raum Baden-Württemberg, ausgeübt.

Die „Siedler von KA“ setzen sich im Gegenzug dafür ein, das Gebiet wie vorgesehen als Freifläche und Frischluftschneise für Karlsruhe zu erhalten. Dazu finden laufend Gespräche mit Lokal- und Landespolitikern statt. Parallel werden an Informationsständen auf Wochenmärkten und Straßenfesten Mitbürger informiert und Unterschriftensammlungen durchgeführt. Aufmerksamkeit erregte die Luftballon-Aktion am 1. Mai entlang des Radwegs in Richtung Epplesee, als mit Absperrband und großen roten Luftballons auf die Dimensionen des Bauvorhabens hingewiesen wurde. Parallel wurde eine Petition mit mehreren hundert Unterzeichnern an den baden-württembergischen Landtag eingereicht.

Befürworter des Bauvorhabens argumentieren mit den anfallenden Einnahmen aus Gewerbe- und Grundsteuer sowie der Schaffung von Arbeitsplätzen. Fakt ist, dass durch die Schließung von drei bestehenden Werken und durch Rationalisierungsmaßnahmen kaum neue Arbeitsplätze in Baden-Württemberg entstehen werden. Den Mitarbeitern der bestehenden Werke wird eine Weiterbeschäftigung in Rheinstetten angeboten. Ein Steuerberater hat im Rahmen einer Bürgerinformationsveranstaltung dargestellt, dass die Gemeinde Rheinstetten vermutlich aufgrund der zu tätigenden Investitionen über viele Jahre hinweg keine Einnahmen aus der Gewerbesteuer zu erwarten hat.

Die „Siedler“ betonen, dass die Flächen zu kostbar sind, um sie den Rationalisierungsmaßnahmen eines Konzerns zu opfern und setzen sich für deren Erhalt als Naherholungsgebiet ein. Wer die Interessengemeinschaft mit Tatkraft, Fachwissen oder auch mit Spenden für weitere Vorhaben unterstützen möchte, kann über
diesiedlervonka.de
Kontakt zu den Mitgliedern aufnehmen.

Gastbeitrag von Kordula Manegold
für „Die Siedler von KA“,
Fremersbergweg 32, 76189 Karlsruhe

Dies ist ein Artikel der Karlsruher Zeitschrift umwelt&verkehr 2/08

Stand des Artikels: 2008! Der Inhalt des Artikels könnte nicht mehr aktuell sein, der Autor nicht mehr erreichbar o.ä. Schauen Sie auch in unseren Themen-Index.

Diskussionen/Leserbriefe zu: „Die Siedler von KA“ wollen Grünzug im Karlsruher Süden erhalten


hoch