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Himmel über Karlsruhe — gezeichnet von Flugzeugen; Foto: Uwe Haack

Flughafen Söllingen —

Ein öffentlich subventionierter Beitrag zum Klimakollaps

Der Baden-Airport expandiert. Stolz werden immer höhere „Passagierrekorde“ gemeldet. Doch was ist damit gewonnen? Zum einen ist nicht abzusehen, dass der Flughafen seine Kosten erwirtschaftet. Zum anderen nehmen die Folgen für Klima und Umwelt mit jedem Start und jeder Landung zu.

Offiziell weist der Baden-Airport zwar einen Gewinn aus, jedoch werden Investitionskosten von Land und Kommunen übernommen — bis 2000 waren das insgesamt 18 Mio. €. Im Jahr 2005 wurden 10 Mio. € in das Passagierterminal gesteckt, 2009 wurden weitere 60 Mio. € für die Start- und Landebahn ausgegeben, damit die Flieger auch bei Nebel landen können. Bis 2015 zahlt allein die Stadt Karlsruhe als Anteilseigner weiterhin jährlich 1,3 Mio. €.

Mal eben zum Shopping irgendwohin fliegen ist, heute kein Problem mehr. Doch muss das sein? Brauchen wir das? Schaden wir uns damit nicht selbst?

Offensichtlich ist die Zunahme der Landeanflüge über Kernbereiche der dicht besiedelten Fächerstadt — und das nicht nur am Tage. Auch wenn Karlsruhe zu weit entfernt ist, als dass für die Städter gesundheitliche Folgen zu befürchten wären, so nimmt die Belastung trotzdem zu.

Weit bedeutender sind die Klimafolgen des Flugverkehrs. Sie wirken sich erst für die folgenden Generationen aus. Schadstoffe werden in Höhen emittiert, in denen sie nicht durch Niederschläge ausgewaschen werden. Sie bleiben damit besonders lange „klimawirksam“. CO2 als „Klimakiller“ ist dabei nur ein Schadstoff von vielen. Wenn wir Klimaschutz wirklich ernst nehmen würden, dann wäre eine Reduzierung der Fluggastzahlen eine Erfolgsmeldung.

Doch wofür braucht die Region diesen Flughafen? Mit dem öffentlichen Verkehr sind von Karlsruhe aus die Flughäfen in Stuttgart und Frankfurt gut zu erreichen. Für Baden-Baden und die umliegenden Gemeinden allein ist der Flughafen jedoch überdimensioniert. Eine Stadtbahnanbindung, so begrüßenswert sie zur Anbindung der Gemeinden Iffezheim und Hügelsheim ist, würde die Ökobilanz des Flughafens nur wenig verbessern. Von einer „modernen Verkehrsinfrastruktur im Einklang mit Natur und Umwelt“, wie der Betreiber den Flughafen sieht, kann daher keine Rede sein.

Aus Sicht des Umweltschutzes muss es daher zwei Ziele geben:

  1. Reduzierung des Gesamtflugverkehrs und
  2. 2.Konzentration auf die Großflughäfen Frankfurt und Stuttgart

Entsprechende Maßnahmen werden seit langem gefordert, stehen aber noch in weiter Ferne. Zum einen sind das die Besteuerung des Flugbenzins und zum anderen ein Verbot von Dumpingpreisen.

Allein damit würde der Baden-Airpark seine Rechtfertigung verlieren. Abgesehen von den dann „verlorenen Investitionen“ wäre eine solche Entwicklung jedoch kein Nachteil, sondern ein Vorteil für unsere Region. Baden-Württemberg sollte Vorreiter sein im Hinblick auf nachhaltige, ökologische Technologie und nicht in der Förderung künstlich geschaffener Verkehrsbedürfnisse.

Sinnvoller als Shoppingflüge nach Wien ist die Weiterführung des TGV über Stuttgart hinaus. Der Nachtzug Karlsruhe — Wien wurde Ende 2009 Opfer des Kurzstreckenflugverkehrs.

Die genannten Schritte zur Reduzierung des Flugverkehrs können nur auf Bundesebene erfolgen. Auf regionaler Ebene mahnt die BUZO hingegen folgende Maßnahmen an:

  1. die Führung der Anflug- und Abflugrouten außerhalb dicht besiedelter Gebiete
  2. 2.die Einstellung der Subventionen für den Flughafen Söllingen.

Eine öffentliche Förderung klimaschädlicher Billigflüge darf nicht sein. Das Konzept des Söllinger Flughafens muss daher dringend auf den Prüfstand.

Johannes Meister

Dies ist ein Artikel der Karlsruher Zeitschrift umwelt&verkehr 3/10

Stand des Artikels: 2010! Der Inhalt des Artikels könnte nicht mehr aktuell sein, der Autor nicht mehr erreichbar o.ä. Schauen Sie auch in unseren Themen-Index.

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