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Fächergärtner — ein wachsendes Projekt

Big Bags Kaiserstraße mit Werbung für das Projekt; Fotos: Mari Däschner
„Fächergarten“ an Marstall im Oktober

Aktuell sind es drei Orte, an denen engagierte KarlsruherInnen unter dem Namen Fächergärtner in der Erde graben, pflanzen und bewässern: Beim Marstallgarten in der Oststadt, beim Budo-?Club in der Weststadt und in den Big Bags auf der östlichen Kaiserstraße. Letztere werden als temporäre Begrünung während der Sperrung für die Straßenbahnen schon bald wieder verschwunden sein. Dagegen bieten die Flächen in der Ost- und Weststadt noch Raum für Erweiterung. Begeisterung und viel Lob von Passanten und AnwohnerInnen und eine gute Berichterstattung in den Medien zeigen, dass die gemeinschaftlich gepflegten Beete im öffentlichen Raum sehr gut ankommen. Doch die Probleme sollen nicht verschwiegen werden: Obwohl schon seit Mai 2013 an einem Vertrag gebastelt wird, auf dessen Unterzeichnung die Stadt besteht, konnte bis heute keine entsprechende Nutzungsvereinbarung getroffen werden. Die Gründe dafür liegen zum Einen in haftungsrechtlichen Risiken, die der BUZO drohen könnten.  Außerdem wurden beim Marstallgelände Bodenkontaminationen mit PAK (Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe) fest gestellt, die eine gärtnerische Nutzung der Flächen eigentlich nicht ratsam erscheinen lassen. Auch das Gelände beim Budo-Club steht unter Altlasten-Verdacht. Leider sind Belastungen von städtischen Böden mit Schadstoffen aller Art ein verbreitetes Problem, was bei vielen Urban Gardening-Projekten dadurch umgangen wird, dass in Kisten, Säcken oder anderen Pflanzgefäßen gegärtnert wird. Es wirft aber auch Fragen über unseren Umgang mit dem Boden allgemein auf. Der Wert und die Schutzbedürftigkeit dieser so dünnen obersten Erdschicht, der wir unsere Lebensmittel verdanken, wird allzu oft vergessen oder missachtet und im wahrsten Sinne des Wortes mit Füßen getreten. Der sorglose Umgang mit Abfällen, Giften und Erdölprodukten in der Vergangenheit, eine jahrhundertelange intensive und kleinräumige Nutzung der städtischen Flächen und die Folgen der Bombardierung im Krieg haben dazu geführt, dass wir heute die Böden in der Stadt nicht mehr bedenkenlos nutzen können. Wir sollten daraus lernen und es künftig besser machen. Für die Fächergärtner wird das Problem zu lösen sein, indem essbare Pflanzen vorsorglich nur noch in Gefäßen mit eigener Erde kultiviert werden und alle Aktiven über die möglichen Belastungen des Bodens und daraus resultierende Verhaltensempfehlungen informiert werden. Bei aller Problematik sollten die vielen positiven Seiten des Projektes jedoch nicht vergessen werden. Durch das gemeinsame Gärtnern im öffentlichen Raum können wir zu einer Verbesserung der Lebensqualität in der Stadt beitragen, und diese Chance sollten wir nutzen und noch weiter ausbauen. Die Tatsache, dass das Karlsruher Projekt Fächergärtner als beispielhaft bei der Landesinitiative „Mittendrin ist Leben. Grün in Städten und Gemeinden in Baden-Württemberg“ ausgewählt wurde und dadurch in einer Ausstellung auf Tour durch das Land geht, sollte uns motivieren, weiter zu machen und in der nächsten Saison noch mehr Stadtteile ergrünen und blühen zu lassen. Informationen zur Landesinitiative unter www.mittendrin-ist-leben.de

Mari Däschner

Wer Interesse hat, kann sich natürlich gerne jederzeit anschließen und informieren, z. B. über stadtgaertnerinnenka.forumieren.net

Dies ist ein Artikel der Karlsruher Zeitschrift umwelt&verkehr 3/13

Stand des Artikels: 2013! Der Inhalt des Artikels könnte nicht mehr aktuell sein, der Autor nicht mehr erreichbar o.ä. Schauen Sie auch in unseren Themen-Index.

Diskussionen/Leserbriefe zu: Gärtnern in der Fächerstadt


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