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Strecke Rastatt—Saverne

Haguenauer Strecke kurz vor Rœschwoog; Foto: Jacobs

Wir Verbände wollen den grenzüberschreitenden öffentlichen Verkehr voran bringen, neben Bussen auch die Bahnstrecke Rastatt— Haguenau über die Wintersdorfer Brücke. Will man da mitreden und Ideen entwickeln, ist es von Vorteil, deren Zustand zu kennen. Deshalb machte ich im Sommer mit 4 Radtouren, teils die Bahn nutzend, wenn auch nur die deutsche, denn Haguenau war wegen Bauarbeiten nur per Bus zu erreichen. Daher blieben mir Reiners Erfahrungen erspart. Als ich 1x in Lauterbourg auf den deutschen Zug wartete — und es war nicht der letzte — musste ich aber einem Franzosen mit Französisch-Brocken, Händen und Füßen klar machen, dass nach Strasbourg an dem Tage nichts mehr kommt ... Die Qualitätsunterschiede im ÖV zwischen Baden und Elsass sind deutlich!

Ziel war dabei nicht nur die Strecke bis Haguenau, sondern weiter bis Obermodern und auch die abgebaute Strecke bis Steinbourg bei Saverne. Die Bilder dieser Tour kann man unter daten.mueck.de1.cc/verkehr/frankreich/ komplett sehen, erste Daten habe ich in die Wikipedia eingestellt, weitere folgen noch.

Abgesehen vom Abschnitt über die Rheinbrücke ist die Strecke bis Obermodern prinzipiell befahrbar. Für Regelverkehr müsste sie sicher aufgearbeitet werden. Der Erhalt der Strecke war lange durch deutsche und französische Militärnutzungen entlang der Strecke gewährleistet. Vieles davon wird aber nicht mehr genutzt, so dass nun mit schneller fortschreitendem Verfall zu rechen ist.

Die weitere Trasse Richtung Saverne ist abgebaut: teils zugewachsen, teils zum Radweg umgebaut, in geringem Maße auch durch Haus- und Straßenbauten eingeschränkt. Angeschaut habe ich mir auch diesen Teil, weil sie von der in Bau befindlichen TGV-Strecke gekreuzt wird. In Saverne hatte man sich einen TGV-Bahnhof gewünscht. Mit einer Reaktivierung auch des abgebauten Teils hinge an diesem Bahnhof nicht nur das kleine Saverne mit gut 12.000 Einwohnern, sondern über einen Shuttle-Zug auch Haguenau mit gut 34.000 Einwohnern und auch Karlsruhe. Träumen muss auch mal erlaubt sein ... ;-)

Kernproblem ist die Wintersdorfer Brücke, gebaut als reine Bahnbrücke, nach dem Krieg fast nur als Straßenbrücke genutzt. Zudem ist sie eine wichtige Rheinquerung für Radfahrer, dafür aber nicht optimal: Rechts der Schienen radelnd zu schmal und zu enges Überholen, zwischen den Schienen nölende Autofahrer hinter einem ... Ein internationaler Vertrag hält einen optionalen Korridor nördlich Strasbourg für Schnellverkehr offen. Dazu passt der Anschluss der TGV-Strecke an den Bestand in Vendenheim: Man könnte geradeaus auf das Haguenauer Gleis und weiter. Vor diesem Hintergrund wurde die Verbindung zur Aufnahme in den Bundesverkehrswegeplan angemeldet. Für TGVs wäre sicher ein Brückenneubau nötig. Für eine Regionalverbindung wäre auch die denkmalgeschützte alte Brücke nutzbar, zweigleisig im Mischverkehr mit Autos als Stadtbahn bzw. Diesel-?Tram-Train nach BOStrab oder — bei vierspurigem Ausbau des Iffezheimer Übergangs — mit für Autos stillgelegter Brücke halbe/ halbe für Bahn und Rad.

Heiko Jacobs

Dies ist ein Artikel der Karlsruher Zeitschrift umwelt&verkehr 3/13

Stand des Artikels: 2013! Der Inhalt des Artikels könnte nicht mehr aktuell sein, der Autor nicht mehr erreichbar o.ä. Schauen Sie auch in unseren Themen-Index.

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