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Beschilderte Radrouten sind eine tolle Sache, wenn man sie denn benutzen darf: Ubstadt-Weiher; Foto: Erich Fey

Radverkehr Landkreis

In der letzten u&v haben wir das Thema „Radfahren in Bretten“ behandelt. Die Situation in Bretten ist aber leider nur die Spitze des Eisberges, denn in vielen Kommunen im Landkreis sieht es leider ähnlich aus. Generell herrscht häufig die Politik vor, Gehwege, die etwas breiter sind als gewöhnlich, als benutzungspflichtige gemeinsame Geh- und Radwege auszuweisen, auch wenn das Ergebnis noch so skurril wird. So z. B. zwischen Gochsheim und Münzesheim:

Wenn man nicht den Kiesweg mit Schlaglöchern entlang der Bahn nehmen möchte, wird man gezwungen, erst in Ortsnähe einen linksseitigen Gehweg zu verwenden, um dann außerorts an einer sehr unübersichtlichen Stelle auf die Fahrbahn zu wechseln. In Münzesheim wird man dann im Bereich mehrerer stark befahrener gewerblicher Zufahrten wieder auf den Gehweg gelotst, um diesen dann wieder nach nicht mal 400 m an einer nicht tauglichen Ausleitung verlassen zu müssen. Der Sinn einer solchen Radverkehrsführung, die gekonnt die Radfahrer immer dorthin lotst, wo sie am meisten mit Gefahren rechnen müssen, wird wohl für immer ein Geheimnis der zuständigen Straßenverkehrsbehörde bleiben. Nach der Radwegenorm ERA jedenfalls soll man Radwegenden übersichtlich gestalten und Radfahrer bei vielen Grundstücksausfahrten lieber auf der Fahrbahn fahren lassen.

Als sehr positiv kann man anmerken, dass es in immer mehr Ortsdurchfahrten zumindest in Teilbereichen Tempo-30-Abschnitte gibt. Diese ermöglichen eine bessere Integration des Radverkehrs ins Verkehrsgeschehen.

Ebenfalls als positiv kann man ansehen, dass der Landkreis in den letzten Jahren begonnen hat, sein Wegweisersystem zu vereinheitlichen. Leider traten dabei einige Probleme auf: Zum einen verenden an mehreren Stellen ausgeschilderte Routen plötzlich im Nichts, da Zwischenabschnitte beim Ausschildern vergessen bzw. falsch beschildert wurden. Dies möchte das Landratsamt allerdings mit einer systematischen Überprüfung der Routen auf Fehler ändern, jedoch wurden auch 2012 wieder Routen fehlerhaft beschildert.

Ein weiterer Problempunkt ist, dass oft nicht beachtet wurde, die Routen so zu führen, dass man dort auch Fahrrad fahren darf. An unzähligen Stellen wird man auf für den Radverkehr gesperrte Wege und teils sogar in Fußgängerzonen geleitet. Hier werden also durch die Beschilderung Regelverstöße von Radfahrern geradezu provoziert.

Nicht gerade glücklich ist auch, dass die Wegweisung sich meist nur am Bedarf des touristischen Radverkehrs orientiert. Dies führt dann dazu, dass z. B. zwischen Karlsdorf und Graben der Radverkehr über Umwege, Holperwege und enge Stege geführt wird, aber eben auch durch den ruhigen Wald. Damit riskiert man aber, dass Alltagsradler die fast in Luftlinie verlaufende Radverkehrsführung über die alte B35 und entlang diverser Straßen gar nicht finden und sich über die Touristenroute quälen. Das Landratsamt argumentiert hier, dass Alltagsradler ihre Wege ja kennen würden. Dies ist zwar richtig, aber es können sich ja die Ziele ändern (z. B. neuer Arbeitgeber), außerdem gibt es ja auch noch „Neuradler“ und Neubürger, die sich folglich noch nicht so gut auskennen. Daher ist eine Beschilderung von Alltagsrouten durchaus zu rechtfertigen.

Da auch viele Punkte der Radverkehrspolitik von den jeweiligen Kommunen abhängen, gibt es im Landkreis kein einheitliches Bild. Während Kommunen wie Oberderdingen (wo Radwege außerorts teils sogar beleuchtet sind und im Winter auch geräumt und gestreut werden) schon viel erreicht haben, liegen andere Kommunen leider weit zurück.

Übrigens: Auch der ADFC hat letztes Jahr den Landkreis unter die Lupe genommen und eine Broschüre dazu herausgeben. Diese kann über den ADFC Kreisverband bezogen werden oder unter www.adfc-bw.de/fileadmin/dateien/Landesverband/Texte/Radverkehr-vor-Ort/Landkreis_Karlsruhe.pdf herunter geladen werden.

Erich Fey

Dies ist ein Artikel der Karlsruher Zeitschrift umwelt&verkehr 1/13

Stand des Artikels: 2013! Der Inhalt des Artikels könnte nicht mehr aktuell sein, der Autor nicht mehr erreichbar o.ä. Schauen Sie auch in unseren Themen-Index.

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