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Graphik:
rollstuhlgeeignetes Schienennetz, Graphik: H. Jacobs

Die Änderungen im Straßenbahnnetz helfen auch den Rollstuhlfahrern

Im Heft 3/03 berichteten wir über Fortschritte im barrierefreien Nahverkehr Karlsruhes durch Eröffnung der S-Bahn RheinNeckar und der Eröffnung der Straßenbahn nach Aue und Wolfartsweier. Gleichzeitig beklagten wir die mangelhafte Vernetzung der bisherigen innerstädtischen barrierefreien Abschnitte und der nicht vorhandenen Erreichbarkeit der City. Nun können wir auch hier von Fortschritten berichten:

Eine Maßnahme mit Auswirkungen ist die Eröffnung der Straßenbahn in die Nordstadt mit neuen barrierefreien Haltestellen (s. a. Titelbild) und die damit zusammenhängende Umgestaltung des Liniennetzes. Ab Kunsthochschule nordwärts haben alle Bahnsteige die zu den dort verkehrenden Niederflurbahnen passende Bahnsteighöhe — sie sind also für Rollstuhlfahrer uneingeschränkt nutzbar. Dort eingestiegen können sie auch in die Waldstadt fahren, denn ab Jägerhaus bis zur Europäischen Schule haben auch dort die Bahnen passende Bahnsteige und die Linien 3 und 4 haben einen gemeinsamen Umlauf.

Richtig: Die 3 fährt nun in die Nordstadt und nicht mehr in die Siemensallee. Dort fährt künftig die Linie 2 hin, die unterwegs — neu — auch die barrierefreien Haltestellen in der Brauer- und Ebertstraße bedient. Damit ergibt sich ein zweites Netz aus den dortigen Haltestellen, den Haltestellen der Strecke nach Wolfartsweier ab Auer Straße und — durch Umsteigen dort — der Strecke nach Oberreut ab Weinbrennerplatz (mit der Ausnahme Bannwaldallee).

Beide Netze sind untereinander und mit der City noch nicht verbunden, aber auch das ändert sich im Sommer: Nach der Fußball-Weltmeisterschaft will man — laut weichenbengel 2/06 — beginnen, die Haltestelle Herrenstraße — direkt in der City gelegen — in 2x4 Wochen umzubauen (s.a. Heft 3/06). Allerdings nicht auf ganzer Länge: Ein Podest von 12 m Länge wird die Niederflur-Höhe von 34 cm haben — das passt zu den ersten beiden Türen einer Niederflurbahn und nur hinter diesen Türen ist genügend Platz für Rollstuhlfahrer und Kinderwagen vorhanden. An das Podest schließen 5,3 m lange Rampen an, die auf das bisherige Haltestellenniveau herabführen.

Das so insges. 22,6 m lange Podest ist gegen eventuell unvorsichtig ins Stolpern geratende Passanten “gesichert” durch Sitzbänke und Einrichtungen wie Vitrinen und Fahrkartenautomaten. Auf etwas mehr als dieser Länge wird die Haltestelle auch über Blindenleitstreifen verfügen. Wegen der Bäume in der Kaiserstraße liegen die vorderen Enden der Haltestellen nicht mehr an der Kreuzung zu den Querstraßen wie bisher, sondern sie werden rund 20-30 m zurück verlegt. Als Nebeneffekt können zum einen nur noch 2 statt bisher 3 Wagen dort halten, zum anderen wird die durch stehende Bahnen “blockierte” Straßenlänge reduziert: Zwei in beide Richtungen haltende Einzelwagen halten künftig nahezu nebeneinander.

Mit Umbau dieser Haltestellen erreicht man von jedem der bisher schon barrierefreien Karlsruher Netzabschnitte (Nordstadt, Oberreut, Waldstadt-Nord, Wolfartsweier und Aue, Brauer- und Ebertstraße) die City und kann zu jedem anderen Netzabschnitt umsteigen — von der Brauer- und Ebertstraße her muss man aber zunächst zur Auer Straße beim Durlacher Bahnhof fahren, um dort via Linie 1 die Herrenstraße zu erreichen. Von der Auer Straße aus ist auch stündlich über die S-Bahn RheinNeckar der Hauptbahnhof erreichbar sowie deren ganzes Netz.

Darüber hinaus werden mit der Herrenstraße auch die barrierefreien Halte der Linie S2 erreichbar (einige, aber nicht alle in Rheinstetten und Stutensee), allerdings nur dann, wenn die Kurse mit Niederflurbahnen bedient werden. Werktags sind diese im Fahrplan gekennzeichnet. Über die Auer Straße und den Bahnhof Durlach erreicht man auch die Bahnen der Linien S31 nach Odenheim und S32 nach Menzingen, wo auch einige zu Mittelflurbahnen passende Bahnsteige existieren, allerdings verkehren dort teilweise auch nicht barrierefreie Hochflurbahnen! Weitere Reisemöglichkeiten in mit Hubliften ausgestatteten Zügen ergeben sich bei Voranmeldung in Richtung Osten. Details zum barrierefreien Nahverkehr findet man auch im Karlsruher Stadtwiki unter der Adresse “ http://ka.stadtwiki.net/BN ”. Die barrierefreien Abschnitte der Linien S4, S41, S5 und S6 bleiben vom Karlsruher Stadtgebiet aus leider immer noch für Rollstuhlfahrer unerreichbar — siehe auch Artikel im u&v 3/03 — nur das Murgtal erreicht man mit etwas Glück (Mittelflurer im Einsatz, nur bei den seltenen Fahrten nach Freudenstadt gewährleistet) zeitweise mittels der Linie S31/S32 über den Bahnhof Durlach.

Für vermutlich wohl lange Zeit wird das die letzte Verbesserung für Rollstuhlfahrer in der City bleiben, denn per GVFG geförderte Maßnahmen müssen mindestens 10 Jahre Bestand haben und dies trifft nur für die Haltestelle Herrenstraße zu. Alle anderen sind durch den Bau der U-Strab betroffen oder nicht umbaubar. Übrigens steht damit auch der früheste Termin fest, wann die oberirdischen Gleise in der Kaiserstraße stillgelegt werden können: Herbst 2016, vorher müsste man das Geld für den Umbau der Herrenstraße zurückzahlen.

Heiko Jacobs

Dies ist ein Artikel der Karlsruher Zeitschrift umwelt&verkehr 2/06

Stand des Artikels: 2006! Der Inhalt des Artikels könnte nicht mehr aktuell sein, der Autor nicht mehr erreichbar o.ä. Schauen Sie auch in unseren Themen-Index.

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