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Klimaschutz in Karlsruhe

„2-2-2“ ist das Ziel der Stadt Karlsruhe in Sachen Klimaschutz. Wir verraten, was sich dahinter verbirgt und wie die Stadt ihr Ziel erreichen will. Wer noch mehr darüber erfahren möchte, findet weitere Infos auf der Internetseite der Stadt Karlsruhe: www.karlsruhe.de/b3/natur_und_umwelt/klimaschutz.de

Mit dem Karlsruher Klimaschutzkonzept hat der Gemeinderat 2009 beschlossen, einen klaren Beitrag zur Abmilderung des Klimawandels zu leisten. Schließlich fordert die EU die Kommunen auf, die CO2-Emissionen bis 2020 um mindestens 20 Prozent zu reduzieren. Die Stadt Karlsruhe möchte:

Alles zusammen ergibt die 2-2-2-Formel. Was sich zunächst nach wenig anhört, soll in der Summe im Zeitraum von 2007 bis 2020 eine Reduzierung der CO2-Emissionen von 27 % und des Energieverbrauchs um 23 % ergeben. Um die Wirkungen der Maßnahmen auch mit Zahlen belegen zu können, wurde durch das IFEU Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg eine CO2-Bilanz der Stadt erstellt.

Zusammen mit dem BUND Karlsruhe und der lokalen Agenda 21-Gruppe wurden gemeinsam mit anderen Akteuren 80 Maßnahmen festgelegt und einstimmig im Gemeinderat beschlossen, die zum Teil kurzfristig, zum Teil aber auch nur langfristig umsetzbar sind. Mit Fortschrittsberichten wird dokumentiert, in wie weit die Maßnahmen greifen.

Hier nur einige Beispiele aus dem Maßnahmenkatalog:

Klimaschutz mit Brief und Siegel: Damit sich die Stadt aber nicht selber etwas vormacht, lässt sie die Bemühungen ihrer Gesellschaften wie z. B. den Stadtwerken im Klimaschutz zertifizieren. EMAS (Eco-Management and Audit Scheme, bekannt als EU-Öko-Audit) ist ein europäisches Gütesiegel für umweltfreundliches Handeln. In einer öffentlichen Umwelterklärung werden die Ziele und deren Umsetzung dokumentiert. Gleichzeitig erfolgt auch eine Zertifizierung nach der internationalen Norm ISO 14001.

Im European Energy Award steht Karlsruhe im Wettbewerb mit 50 anderen deutschen Städten. Auch hier wird von einem unabhängigen Büro geprüft, ob für die Erreichung der Klimaschutzziele entsprechende Maßnahmen in Angriff genommen werden. Die Bewertungsmaßstäbe sind für alle Städte gleich, so dass auch ein Vergleich untereinander möglich ist. Gleichzeitig zwingt sich die Stadt damit selbst, ihre Bemühungen zu dokumentieren und zu hinterfragen.

Unter dem Motto „Karlsruhe macht Klima“ sollen wir alle angestiftet werden, beim Klimaschutz selbst aktiv zu werden. Die Karlsruher Klimaschutzkampagne umfasst viele unterschiedliche Einzelveranstaltungen, die in Karlsruhe zum Teil schon Tradition geworden sind, wie z. B. Draistour und Draistag. Bei beiden Veranstaltungen steht das Fahrrad als Alternative zum Auto im Vordergrund. Die Karlsruher Klimawette findet dagegen dieses Jahr erstmals statt. Mehrere Haushalte versuchen selbst gesteckte Sparziele zu erreichen. BUZO und ADFC haben dazu gemeinsam einen Beitrag zum Thema umweltfreundliche Mobilität geleistet. Ebenfalls traditionsreich ist der Tag der erneuerbaren Energien der mittlerweile zum 15. Mal auf der früheren Mülldeponie, dem jetzigen Karlsruher „Energieberg“ stattfand. Im Schatten der Windräder wurden Vorträge und Aktionen zu regenerativen Energien und Energiesparen angeboten. Auch die BUZO war dieses Jahr wieder mit einem Infostand vor Ort.

Im Internet bietet die Stadt Karlsruhe unter der Adresse www.karlsruhe-macht-klima.de zahlreiche Informationen die klimafreundliches Verhalten erleichtern sollen. So kann man seine eigene Klimabilanz errechnen und vergleichen, ob man sich auch tatsächlich überdurchschnittlich umweltfreundlich verhält. Wichtiger sind aber noch die Infos über Fördermöglichkeiten für die Sanierung von Wohnung oder Haus. Dabei bietet die Stadt neben Bund und Land auch eigene Förderprogramme an. Reinschauen lohnt sich also.

Vorrangig für Unternehmen und Organisationen ist die KEK — Karlsruher Energie- und Klimaschutzagentur — Ansprechpartner in Fragen des Klimaschutzes. Sie ist eine Organisation der Stadt Karlsruhe und der Stadtwerke Karlsruhe. Neben der Beratung initiiert sie selbst Aktivitäten zum Klimaschutz. So gibt es z. B. den Karlsruher Klimaschutzfond. Er fördert Klimaschutzprojekte weltweit. So zahlt z. B. die Stadt Karlsruhe in den Klimaschutzfond, um nicht vermeidbare CO2-Emissionen beim Stadtgeburtstag 2015 auszugleichen.

Langfristiges Ziel für Karlsruhe ist die Klimaneutralität. Darunter versteht man die Verminderung der jährlichen CO2-Emissionen von heute 10 t auf maximal 2 t CO2 pro Kopf und Jahr. Im Jahr 2050 soll dieses Ziel erreicht werden. Dieses Kriterium und das 2-2-2-Ziel entsprechen auch den Anforderungen des Klimabündnis „Alianza del Clima“ dem Karlsruhe 2011 beigetreten ist. Ähnliches gilt für den EU-Konvent der Bürgermeisterinnen und Bürgermeister dem Karlsruhe schon seit 2010 angehört.

Die Stadt Karlsruhe hat den Einstieg in den Klimaschutz geschafft. Nun gilt es, die ausgewählten Maßnahmen konsequent umzusetzen. Bisher findet eine Diskussion der Fortschrittsberichte zur Umsetzung des Klimaschutzkonzepts nur im Umweltausschuss statt. Dass dies nicht ausreicht, zeigen die letzten Haushaltsberatungen. Dort wurde der Antrag „Ökostrom für städtische Liegenschaften“ von der Gemeinderatsmehrheit abgelehnt, obwohl dies eine Maßnahme im einstimmig beschlossenen Klimaschutzkonzept ist. Eine konsequentere Umsetzung der Ziele waren u. a. Thema einer „Klimawerkstatt“ von Stadt und Agenda-Arbeitskreis Energie. Wer hier sich weitergehend informieren und vielleicht sogar mitgestalten möchte, kann sich gerne an den Agenda-Arbeitskreis Energie (agenda21-karlsruhe.de) wenden.

Terminhinweis: Treffen des Arbeitskreises Energie am 22. Juli 2013 um 19:30 Uhr in den Räumen der KEK, Hebelstraße 15, Karlsruhe.

Johannes Meister

Dies ist ein Artikel der Karlsruher Zeitschrift umwelt&verkehr 2/13

Stand des Artikels: 2013! Der Inhalt des Artikels könnte nicht mehr aktuell sein, der Autor nicht mehr erreichbar o.ä. Schauen Sie auch in unseren Themen-Index.

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